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Kurz vor Pfingsten: Streikaufruf bei der Brauerei

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Von: Holger Boden

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Vor der Fassade der Wittinger Privatbrauerei biegt ein Pkw in die Kakerbecker Straße ein.
Wird an diesem Donnerstag bestreikt: die Wittinger Privatbrauerei. © Boden

Wittingen – Mit einem 16-stündigen Warnstreik will die Gewerkschaft NGG an diesem Donnerstag, 2. Juni, die Produktion in niedersächsischen Brauereien lahmlegen und damit ihren Forderungen in der aktuellen Tarifrunde Nachdruck verleihen. Betroffen ist auch die Privatbrauerei Wittingen, bei deren Geschäftsführung das Ausmaß des Arbeitskampfes nicht gut ankommt.

Die NGG nennt als Grund für den Warnstreik, der um 6 Uhr beginnen sollte, die „seit Jahresbeginn stockenden Tarifverhandlungen“. Es gehe um die Beschäftigten von Wolters in Braunschweig, des Einbecker Brauhauses und eben der Privatbrauerei. Zuletzt sei in dritter Runde am 23. Mai verhandelt worden. Die Tarifkommission habe das Angebot der Arbeitgeber als „nicht ausreichend“ zurückgewiesen, insbesondere mit Blick auf die Inflation. Laut NGG-Verhandlungsführer Finn Petersen boten die Arbeitgeber ein Plus von 80 Euro brutto zum 1. Juni: „Das ist aus unserer Sicht ein beschämendes Angebot.“

Ganz anders sieht das der Geschäftsführer der Wittinger Privatbrauerei, Axel Schulz-Hausbrandt: „Für einen ganztägigen Streik in der Pfingstwoche, über alle Schichten, habe ich null Verständnis. Die NGG sucht damit die maximale Konfrontation.“ Die Brauereien seien gerade erst dabei, sich etwas von der zweijährigen Pandemie-Phase zu erholen und stünden zudem einer Kostenexplosion bei Energie und Rohstoffen gegenüber.

Schulz-Hausbrandt sagt, er verstehe auch die Situation der Mitarbeiter, und: „Da muss man auch was machen.“ Arbeitgeber und Gewerkschaft hätten aus seiner Sicht bei den Verhandlungen aber „gar nicht so weit auseinander“ gelegen, umso fragwürdiger sei für ihn die Dimension der heutigen Arbeitsniederlegung. Denn es gehe darum, das Bier für die anstehenden Schützenfeste zu produzieren: „Es geht um jedes Fass. Aber wir werden das hinbekommen.“

Die nächste Verhandlungsrunde ist am 24. Juni.

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