Sonja Gründemann und der Kulturverein bereiten 120 Zuschauern Spaß

Kunst an der Stadthalle Wittingen – das läuft

Sonja Gründemann bot mit ihrem Pianisten Markus Schell einen höchst vergnüglichen und unterhaltsamen Abend.
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Sonja Gründemann bot mit ihrem Pianisten Markus Schell einen höchst vergnüglichen und unterhaltsamen Abend.

Wittingen – Ob witzig zugespitzt in atemberaubendem Stakkato oder lustvoll-derb mit betonten Vokalen: Sonja Gründemann beherrscht die Sprache ebenso wie den Vortrag ihrer Geschichten als Gesang oder in kurzweiliger Prosa.

Am Sonntag hatten sich auf der grünen Wiese hinter der Wittinger Stadthalle 120 Besucher eingefunden, die sich von der in bester Form auftretenden Entertainerin mit sichtbarem Spaß an der Sache mitreißen ließen, was immer wieder zu wahren Begeisterungsstürmen führte.

Äußerst wirkungsvoll unterstützt wurde Gründemann an diesem frühen Abend von ihrem Pianisten Markus Schell, der weit mehr als bloße Begleitung zeigte und in etlichen Passagen mit seinem Humor sehr präsent war.

Zu Beginn des vergnüglichen Abends betonte Gründemann, dass es eine Wohltat sei, nach den Monaten der Unterbrechung wieder vor einem echten Publikum aufzutreten. Sie wusste auch, wem sie diesen Umstand verdankte: Der Kulturverein Wittingen hatte mit großem organisatorischen Aufwand und viel Geschick und Fantasie einen Raum für den Auftritt geschaffen, der sowohl alle Auflagen bezüglich der Corona-Schutzmaßnahmen erfüllte als auch zu einem angenehm heimeligen Ort für das Publikum und die Organisatoren geworden war. Nach dieser Erfahrung lässt sich unschwer vorstellen, dass dort auch nach Corona-Zeiten vor allem Kleinkunst eine Bühne geboten wird.

In ihrem neuen Programm „Typisch Frau?!“ bewegt sich Gründemann virtuos auf einem schmalen Grat zwischen nachvollziehbarer Realität, künstlerisch überspitzten Schilderungen und geradezu intimen Gedanken, wie Frauen sie haben können. Ganz bewusst steigt sie nicht in das Klischee eines schwachen Geschlechts ein, das um Gleichberechtigung kämpft. Dafür misst sie sich subtil mit ihrem Partner, unterstützt beispielsweise vom Refrain des Markus Schell. Da kommt die Frauen nachgesagte Neigung zum Erwerb von scheinbar notwendigen Dingen wie Handtaschen im Übermaß ebenso zum Klingen wie das schweinische Grunzen eines Mannes, von dem sie sich eine unterhaltsame Nacht versprochen hatte. Zum Teil Klamauk – ja, aber stets entfernt von der Grenze zur Obszönität und vor allem mit viel Charme und einer prächtigen Stimme wirkungsvoll in Szene gesetzt.

Ihr Programm hatte Sonja Gründemann in Wittingen auf eine Stunde verkürzt: Nach ihrem Auftritt trug Gunda Wolter mit ihrem Catering-Team dazu bei, dass die Veranstaltung ein runder Erfolg wurde. VON HORST MICHALZIK

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