Kabinettstückchen vor 420 Gästen

Kulturverein Wittingen gelingt mit „Die Mausefalle“ großer Wurf

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Das „Berliner Kriminal Theater“ bestach durch hohe Professionalität.

Wittingen – Der Kulturverein Wittingen hat einen großen Wurf gewagt und auf ganzer Linie gewonnen: Die Aufführung des ebenso populären wie mitreißenden Kriminalstückes „Die Mausefalle“ von Agatha Christie durch das „Berliner Kriminal Theater“ wurde zu einem fast schon überraschenden Erfolg.

Das Interesse der Wittinger war überwältigend, sodass 420 Zuschauer gebannt die spannende Handlung verfolgten und das hervorragende Ensemble mit begeistertem Beifall bedachten. .

Mit 420 Besuchern war die Wittinger Stadthalle bei der Aufführung voll besetzt.

Katrin Kern vom Kulturverein hatte sich bereits seit langem ein Theater in Wittingen gewünscht, vor allem für die jungen Leute. Das Publikum am Samstag in der Stadthalle umfasste alle möglichen Altersstufen, und die Jugend war sehr gut vertreten. Annika Kausche, in den Reihen der Kulturschaffenden zuständig für die Sparte Theater, hatte für die Umsetzung gesorgt.

Als Ergebnis freute sich Kassenwart Michael Ohst über den Ansturm des Publikums und vor allem darüber, dass der finanzielle Aspekt des Unternehmens in trockenen Tüchern war. Ensemble-Theater ist in Wittingen nicht neu. Einst gastierte die Landesbühne regelmäßig in der Stadthalle. Zuschauer Dr. Henning Tribian mutmaßte, dass die letzten Aufführungen in den 80er Jahren stattfanden. Kausche und Vorsitzende Stefanie Barnieske betonten im IK-Gespräch, dass „Die Mausefalle“ wohl das richtige Stück für den Versuch eines Wiederbeginns sei. Es sei sehr bekannt und nicht zu anspruchsvoll.

Auch in der Wittinger Aufführung ließ sich erkennen, warum es das am längsten aufgeführte Theaterstück der Welt ist. Das „Berliner Kriminal Theater“ ist ein hoch professionelles Ensemble, das, unterstützt von perfekter Technik, Schmonzetten auf die Bühne bringt, ohne ins Vulgäre oder in Klamauk abzugleiten, einfach durch schauspielerische Präsenz. Nun bietet die Geschichte um die neu eröffnete Pension, in der nach und nach Gäste eintreffen, unter denen sich ein Mörder und sein Jäger befinden, allen Anlass zu Kabinettstückchen der acht Akteure. Um die Menschen, die eingeschneit sind, verdichtet sich die Geschichte zu höchst unterhaltsamer Spannung.

Das eindrucksvolle Bühnenbild versetzte den Betrachter bei einiger Fantasie durchaus in die Mauern eines englischen Herrenhauses. Die Ausstattung der Akteure entsprach dem Bild aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Die Inszenierung in Wittingen stammte von Regisseur Wolfgang Rumpf, die Produktionsleitung hatte Wolfgang Seppelt. Dies sorgte mit den Darstellern dafür, dass der vergnügliche, höchst unterhaltsame Abend störungsfrei über die Bühne ging. Nach dem Erfolg ist abzusehen, dass es der Kulturverein nicht beim einmaligen Ereignis belassen wird.

VON HORST MICHALZIK

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