Kultur besteht den Test

80 Besucher bei Wittinger „Karussell“

Shereen und Alex musizieren auf der Bühne der Wittinger Stadthalle.
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Das Duo Shereen und Alex gehörte zu den Künstlern, die das Kulturkarussell in Wittingen in Schwung hielten.
  • Hans-Jürgen Ollech
    VonHans-Jürgen Ollech
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Wittingen – Mit dem „Kulturkarussell“ bot der Kulturverein Wittingen am Samstagabend in der Stadthalle ein besonderes Highlight und einen kulturellen Leckerbissen an: Die sehr unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern begeisterten die mehr als 80 Besucher mit ihren Darbietungen.

Die Gäste unterlagen den strengen 3 G-Regeln, bei denen der Kulturverein vom DRK-Ortsverein unterstützt wurde. Der Einlass ging reibungslos vonstatten. Peter Bieringer, Moderator und Synchronsprecher mit Wittinger Wurzeln, erläuterte das „Kulturkarussell“ im vierteiligen Varieté-Stil mit dem Duo Alexander Dorenberg und Shereen Adam (Gitarre und Gesang), dem Sprachkünstler Sven Kamin mit seinen Poetry-Slam-Beiträgen, der Künstlerin Susanne Würmell an der Kristallharfe (auch Glasharmonika genannt) sowie der Künstlerin Anna Kehden mit ihrer Sandmalerei. Bieringer sprach von dem Verlust der kulturellen Darstellung bei den Schaustellern, den Menschen von der Zucker- und Schießbude und beim Karussell, die auf den Jahrmärkten Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern, sowie bei den vielen Schauspielern, Künstlern und Kulturschaffenden. Vieles sei durch die Corona-Pandemie verloren gegangen.

Umso mehr freute sich Bieringer, dem Wittinger Publikum einen solchen Event zu präsentieren, der wieder auf die Kunst und Kultur aufmerksam macht. Mit ihrer traumhaften, souligen Stimme zog die Sängerin Shereen Adam – in Begleitung von Alexander Dorenberg an der Gitarre – das Publikum in den Bann. Gefolgt von Sven Kamin mit seiner grandiosen Wortakrobatik – unter anderem zum Thema „Gartenfest“ oder der „Polaroidkamera“. Kamin lieferte einen mitreißenden Ausschnitt seiner Sprachkunst. Sanftere Töne schlug dagegen Susanne Würmell auf ihrer Glasharfe an und verführte das Publikum auf ihrer Reise mit dem Freiheitstango nach Argentinien, der Moldaumelodie nach Tschechien oder der Musik zu dem Film „Der dritte Mann“ von Karl Haas, wofür es ebenfalls stürmischen Applaus gab. Immerhin spielte die Künstlerin an 43 Gläsern auf dem Instrument, das wohl zu den außergewöhnlichsten Musikinstrumenten der Welt zählt.

Schließlich wechselte das Programm noch einmal zu einer ebenfalls ausgefallenen Künstlerin – der Sandmalerin Anna Kehden. Sie startete zu der jeweiligen Musik eine Weltreise durch Europa, Afrika und Amerika. Mit einer atemberaubenden Perfektion wurden Motive wie die Pyramiden aus Ägypten mit Pharaonen und Elefanten, der Eiffelturm, das Brandenburger Tor oder – zu bayrischer Blasmusik – eine Wirtin mit Bierkrug und Weißwürschtel von ihr auf die große Leinwand gezaubert.

Das „Kulturkarussell“ war mit seinen unterschiedlichen Facetten ein rundum wundervoller kultureller Abend, der sich gelohnt hat – in schwierigen Zeiten. Am Ende gab es ein Finale aller Künstler sowie Moderator Bieringer. Nach den Liedern „What A Wonderful World“ von Louis Armstrong sowie „Guten Abend, gut’ Nacht“ wurden die Künstler von den Besuchern mit lang anhaltenden, stehenden Ovationen bedacht.

Die Vorsitzende und neues Gesicht an der Spitze des Kulturvereins, Annette Ohst, hatte eingangs die Zuschauer begrüßt. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass die mehr als 80 Gäste den Weg in die Stadthalle gefunden hatten, um wieder einmal Kultur live zu erleben. Die Vorsitzende dankte vor allem dem Organisationsteam um Katrin Kern, Natascha Engst-Wrede und Renate Cordes sowie dem DRK-Ortsverein, die die Veranstaltung mit den Künstlern professionell vorbereitet hatten.

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