25 Künstler aus 11 Nationen

Vertreter der Stadt, des Kulturvereins, des Ortes Lüben und aus den Reihen der Künstler präsentierten gestern im Gasthaus Wolter das Programm der Werkstattwoche 2011. Foto: Boden

Lüben. Die Jahreszahl ist ungerade – und das bedeutet, dass das sommerliche Lüben wieder in den Fokus von Kunst- und Kulturfreunden aus der Region wie auch aus dem Ausland rückt: Im Rundlingsdorf geht vom 5. bis 15. August die 11. Werkstattwoche über die Bühne.

Die „Künstlerkolonie auf Zeit“ hat sich einen exzellenten Ruf erarbeitet, und so hatte die Jury in diesem Jahr denn auch aus 38 Bewerbungen auszuwählen. 27 Kreative aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Bildhauerei und Graffiti-Kunst wurden ausgewählt, und weil zwei von ihnen kurzfristig absagen mussten, werden nun 25 Künstler aus 11 Nationen zu der internationalen und doch familiären Atmosphäre des zehntägigen Symposiums beitragen.

Als „gute Mischung“ wertete Stadtbürgermeister Karl Ridder gestern bei der Vorstellung des Programms die Auswahl der Künstler. Besonders freue er sich über die Teilnehmer aus dem Wittinger Stadtgebiet. Neben der Knesebeckerin Gisela Bartels und der Wittingerin Natascha Engst-Wrede, die schon zum „Stammpersonal“ in Lüben gehören, ist auch der aus Wittingen stammende und in Berlin lebende Illustrator Soenke Hollstein wieder mit an Bord.

Erstmals ist außerdem die Wittingerin Carolin Kern mit von der Partie, die gerade ihr Abitur gemacht hat. Sie wird demnächst ein Kunststudium beginnen und bekommt mit der Teilnahme an der Werkstattwoche die Gelegenheit, wertvolle Erfahrungen im Austausch mit anderen Künstlern zu sammeln. Die Art der Förderung ist bei dem Lübener Symposium Programm, wie Engst-Wrede, die zum Organisationsteam gehört, betont. Davon profitiert auch der junge Kunststudent Janis Briska aus Wittingens lettischer Partnerstadt Koknese.

Als weitere Nachwuchs-Künstlerin war Magdalena Weiland aus Knesebeck eingeplant, die aber wegen wichtiger Termine im Rahmen ihres Studiums der Kunstgeschichte absagen musste. Verhindert ist auch die im in dieser Woche veröffentlichten Programm noch aufgeführte Olga Pastekowa.

Erstmals dabei ist dagegen der Hankensbütteler Bildhauer Jürgen Eimecke. Zu den in der Region bekannten Namen gehören auch der Klötzer Graffiti-Künstler Markus Förster, der im Rahmen der Werkstattwoche 2009 die inzwischen durch einen Unfall zerstörte Mauer an der Wittinger Nöhre-Kreuzung verziert hatte, die Altmärker Mirko Rathke und Hartmut Rompel, die Wolfsburgerin Doris Weiß und der Gifhorner Adel Swelim. Hinzu kommen vertraute und neue Gesichter aus Ländern wie Italien, Bulgarien, Russland, Polen, Georgien, Israel und Japan.

Nicht zu vergessen die Künstler-Fraktion aus Holland, wo die Ergebnisse der Werkstattwoche im nächsten Jahr in einer Ausstellung präsentiert werden sollen. Kunstobjekte aus Lüben sind offenbar begehrt, denn schon jetzt sind weitere Ausstellungen in Wittingen, Gifhorn und Wolfsburg anberaumt.

Lüben 2011 – das soll neben gegenseitiger Inspiration und der Arbeit an einem gemeinsamen Oberthema einmal mehr auch Kunst zum Anfassen sein. Während die Lübener Störche aus ihrem hohen Nest am Rundlingsplatz das große Ganze im Blick haben, können Besucher die Künstler an vielen Stellen im Ort bei der Arbeit entdecken. In Scheunen, im Freien, im Gasthof – oder wo die Muse sonst noch zu küssen beliebt.

Am 11 . August wird es wieder den schon traditionellen Schülertag geben. Trotz der Ferienzeit haben sich 23 Schüler angemeldet, die den Künstlern über die Schulter schauen wollen. Partnerschulen sind dieses Mal das Gymnasium Hankensbüttel, die Realschule und die Hauptschule Wittingen, die BBS II und das Gymnasium Beetzendorf.

Publikum ist auch willkommen, wenn am 13. August um 16 Uhr die Ausstellung zu der Künstlerwoche eröffnet wird. Am 14. August kann die Schau von 10 bis 19.30 Uhr ebenfalls besucht werden, und am selben Tag gibt es um 17 Uhr im Gasthaus Wolter ein Konzert mit Paddy Whack.

Die Federführung bei der seit mehr als einem Jahr laufenden Vorbereitung der Werkstattwoche hatte wieder der Wittinger Kulturverein. Dessen Vorsitzende Ursula Brüns freut sich, dass dank des hervorragenden Renommees des Symposiums zahlreiche Förderer die Veranstaltung unterstützen. Finanzielle Probleme sind daher kein Thema. Brüns’ Dank richtete sich auch an die Lübener Dorfbewohner, die die Künstler in ihren Häusern aufnehmen. Für Ortsvorsteher Hans-Joachim Niemann kein großes Thema: „Wir Lübener freuen uns, dass wir Gastgeber sein dürfen. Man sieht: Unser Dorf ist lebenswert.“

Von Holger Boden

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