Kreisstraße statt Bundesstraße?

Schlagen Radweg über Kakerbeck vor: Carsten Dreblow (v.l.), Klaus Ridder und Christian Hinze-Riechers. Foto: privat

Suderwittingen/Kakerbeck. Dass an der B 244 zwischen Wittingen und Radenbeck ein Radweg gebaut werden soll, hat man in der Brauereistadt mit freudiger Überraschung registriert.

Auch die Ortsvorsteher von Suderwittingen und Kakerbeck, Carsten Dreblow und Klaus Ridder, sowie der Vorsitzende des Stadtelternrates, Christian Hinze-Riechers aus Kakerbeck, verfolgen die Sache mit großem Interesse – und haben einen anderen Vorschlag für die Trassenführung direkt südlich von Wittingen.

Die drei sind sich einig, dass eine Trassenführung über die Kakerbecker Straße, den Südfriedhof und Kakerbeck nach Suderwittingen eine bessere Lösung wäre als der Verlauf an der Bundesstraße. Diese Modifikation, so glauben sie, bringe mehr Nutzen für die Bevölkerung.

Dreblow, Ridder und Hinze-Riechers argumentieren, dass die direkte Verbindung Wittingen-Suderwittingen zwar insgesamt rund 800 Meter kürzer sei – dieser Vorteil schrumpfe aber, weil aber vom Bahnübergang am Wittinger Ortsausgang bis zum Südfriedhof bereits ein Weg vorhanden sei. Demgegenüber würden aber mit der neuen Variante „gleich zwei Ortsteile an das Radwegenetz angeschlossen“. Dies solle bedacht werden, weil öffentliche Gelder nach dem Prinzip des größtmöglichen Nutzens eingesetzt werden sollten.

Dreblow und Ridder sind sich sicher, dass Radfahrer die Variante über Kakerbeck besser annehmen würden, weil der Weg in die Stadt, etwa zum Fachmarktzentrum, kürzer sei. Solche Ziele seien durch verkehrsberuhige Innerortsstraßen und das Baugebiet Steinhaufenacker „sicher und gefahrlos zu erreichen“.

Hinze-Riechers betont: „Auch die Schüler aus beiden Ortsteilen könnten so gemeinsam und sicher alle drei Schulstandorte oder das Freibad in Wittingen erreichen.“

Allerdings: Die Straßenbaubehörde in Wolfenbüttel, die den Radweg an der B 244 plant, wird für den Vorstoß wohl nicht zu gewinnen sein. Das hat mit dem deutschen Straßenföderalismus und seinen unterschiedlichsten Baulastträgern zu tun. Ein Radweg von Suderwittingen nach Kakerbeck und von dort nach Wittingen würde an den Kreisstraßen 111 und 18 entlangführen – dort ist die Wolfenbütteler Behörde schlicht nicht zuständig.

„Bund und Land bauen nur begleitend an ihren Straßen“, sagt Chefplaner Bernd Mühlnickel. In diesem Fall also: an der Bundesstraße. Ein wichtiges Kriterium sei auch, dass die Strecke Suderwittingen-Wittingen in diesem Fall die kürzeste Verbindung für die Radwegnutzer darstelle.

Für die Alternativ-Route, so Mühlnickel, wäre der Landkreis Gifhorn der richtige Ansprechpartner. Dort allerdings stehen weder die K 18 noch die K 111 weit oben auf der Agenda. Bleibt also abzuwarten, ob die Idee in der Stadtpolitik so gut ankommt, dass politischer Druck erzeugt wird.

Wann der Radweg an der B 244 gebaut wird, ist noch offen. Mühlnickel zufolge gibt es noch keinen konkreten Zeitplan, das Projekt sei aber „eine der nächsten Geschichten“.

Von Holger Boden

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