Im kommenden Jahr startet Projekt FIDEM

Kreis Gifhorn plant Frühwarnsystem gegen Demenz

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Wird eine Demenz früh erkannt und der Betroffene gut betreut, kann der Verlauf der Krankheit verlangsamt werden.

Landkreis Gifhorn. Heilbar sind diese Krankheiten (noch) nicht. Allerdings lässt sich der Verlauf einer Demenz verlangsamen. Wenn die Erkrankung früh genug erkannt wird.

Um Menschen mit einer Demenz mehr Lebensqualität zu erhalten, will der Landkreis Gifhorn das Projekt FIDEM (Frühe Intervention und Hilfen bei Demenz) ab 2017 einführen.

Dies befürwortete der Ausschuss für Soziales und Gesundheit in seiner Sitzung einstimmig. „Es ist eine Art Frühwarnsystem“, erklärt Rolf Amelsberg, Kreisrat für Jugend, Soziales und Gesundheit. Das Projekt, das in der Region Braunschweig entwickelt wurde, soll im kommenden Jahr beginnen – vorbehaltlich den Beschlüssen in den Haushaltsberatungen.

In den Hausarztpraxen oder bei Ergotherapeuten – „überall da, wo viele ältere Menschen auflaufen“ – soll dann eine frühzeitige Diagnostik erfolgen. „Das ist inhaltlich sinnvoll“, lobt Amelsberg den Ansatz des Projektes. Bisher werde von Verwandten der Demenzkranken erst dann reagiert, wenn „das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, sagte Amelsberg. Künftig sollen Mediziner schon dann „wachrütteln, wenn das Auftreten einer demenziellen Erkrankung erkannt wird.“

Vorbereitend würden Hausärzte und medizinische Fachangestellte fortgebildet sowie die Vernetzung mit (Pflege-)Beratung, Betreuungsangeboten und Selbsthilfestrukturen aufgebaut, heißt es auf der Internetseite des Projektes.

Der Landkreis Gifhorn wird sich als Koordinierungsstelle und als Ansprechpartner an der Umsetzung des Projektes beteiligen. Zum einen könnte Informationsmaterial bereitgestellt werden, das Mediziner im Falle einer Demenz-Diagnose an Betroffene weitergeben. Zum anderen wäre es über die Verwaltung möglich, Kontakt zu Beratungsstellen oder die Alzheimergesellschaft herzustellen.

Aus Sicht von Amelsberg ist es notwendig, sich mit Demenzerkrankungen zu beschäftigen. „Das wird deutlich zunehmen. Je älter die Menschen werden, desto größer ist die Gefahr an Demenz zu erkranken“, sagt der Kreisrat. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat für den Landkreis errechnet, dass die Zahl der Demenzerkrankten um 60 Prozent (2008: 2365 Einwohner, 2025: 3790 Einwohner) steigen wird. Momentan leiden rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz. Bis zum Jahr 2030 dürfte sich die Zahl auf 2,5 Millionen erhöhen.

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