„Das ist kein Witz mehr“

Krähen über dem Südstraße-Spielplatz: Dem Wittinger Ortsrat wird’s zuviel

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Die Spielgeräte in der Südstraße sind voller Kot der vielen Saatkrähen.

Wittingen – So nachdrücklich hatte man die Wittinger Politik bislang nicht erlebt, wenn es um das Saatkrähen-Problem ging: In der jüngsten Sitzung des Ortsrates kam nach der eigentlichen Tagesordnung noch das Thema Südstraße auf den Tisch.

Dort nisten derzeit scharenweise Krähen, der Spielplatz ist voller Kot.

Ortsbürgermeister Matthias Rönneberg (CDU) sagte, ihn erreichen deswegen viele Anfragen aus der Südstadt. Der Zustand sei „eigentlich unerträglich“.

Auf Facebook sind die Wittinger Saatkrähen unter geplagten Bürgern ebenfalls ein Thema. „Über die blöden Klappen lachen die müde“, meint eine Nutzerin mit Blick auf die Vögel.

Bei der Stadtverwaltung ist Rönneberg mit dem Anliegen vorstellig geworden, eventuell mit dem Landkreis – als Naturschutzbehörde – eine Lösung für das Südstraßen-Problem zu erwirken. Bisher hat er nur die Nachricht erhalten, dass ein Vertreter der Behörde sich das Ganze vor Ort anschauen will. Allerdings wohl erst nach dem Ende der Vergrämungszeit, die bis 10. April geht.

Die Frage stelle sich, ob man den Spielplatz bald schließen muss, sagte Rönneberg. Sein Fraktionskollege Jörg Friedrichs meinte: „Dass Kinder im Krähenkot spielen müssen, ist kein Witz mehr. Und das ist einer der wichtigen Spielplätze: Die Kinder in der Südstraße haben keinen Garten.“

Deutlich wurde auch, dass der Fokus der Ortspolitik hier zu sehr auf dem Tierschutz liegt, während die Wittinger Bürger die Sache ausbaden müssen: „Da muss mal Menschenwohl vor Tierwohl gehen“, forderte Friedrichs. Und Christoph Möhlmann (FWG) fand, dass gegen die Saatkrähen noch viel rigorosere Maßnahmen ins Feld geführt werden müssten als nur die Vergrämung: „Die ziehen ja nur um.“

VON HOLGER BODEN

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