Bürger in Sorge wegen Nestern an Südstraße

Krähen-Dreck auf Wittinger Spielplätzen?

Krähennester in den Bäumen über der Südstraße sind zu sehen.
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Der Himmel über dem Spielplatz: Krähenkolonie in den Bäumen an der Südstraße.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen – Die Krähenklappen sind wieder eingepackt, die schwarzen Vögel brüten und ziehen ihre Kreise, und das Monitoring der Stadt läuft noch ein weiteres Jahr. Ein Status quo in der Wittinger Saatkrähen-Diskussion, der nicht jedem Bürger gefällt. So bemängelt der Wittinger Martin Camehl, dass die Stadt nichts gegen Krähenkot auf Spielplätzen unternimmt – ein Problem, das sich vor allem an der Südstraße stelle.

Die Baumkronen am Südstraßen-Spielplatz sind einer der Hotspots im Brutgeschehen, das hat auch der letzte Monitoring-Bericht ausgewiesen (das IK berichtete). Eine im Frühjahr 2020 bereits in Erwägung gezogene Entfernung der Nester, die direkt vor den Balkonen der Mehrfamilienhäuser in den Bäumen hängen, wurde nie umgesetzt und würde wohl ein aufwändiges Genehmigungsverfahren voraussetzen.

In der Politik gibt es keine vernehmbare Diskussion über die Saatkrähen-Problematik – wartet alles auf das Auslaufen des Monitorings im Frühjahr 2022? Camehl würde sich schon jetzt Handlungen wünschen: „Wenn Kinder beim Spielen im Krähendreck wühlen müssen, dann ist das nicht in Ordnung.“ Seiner Auffassung nach hätte es schon helfen können, wenn die Bäume über dem Spielplatz ausgeschnitten worden wären, das habe an anderen ihm bekannten Standorten auch funktioniert: „Wenn man das will, dann geht das.“

Der Wittinger sieht in Krähenkot, der in Sandkästen und auf Rutschen landet, nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern ein gesundheitliches: „Das habe ich mit einem Arzt diskutiert, das ist Gift hoch drei.“

In der Tat warnen viele Experten davor, dass durch Krähenkot, aber auch durch Ausscheidungen anderer Vögel, Krankheitserreger oder auch giftige Eiweißmoleküle übertragen werden können. Die niedersächsische FDP hatte das schon 2013 zum Anlass genommen, im Landtag nach Maßnahmen gegen die bereits damals wachsenden Krähenkolonien in vielen Städten zu fragen. Wittingen sieht sich bei dem seit Jahren laufenden Monitoring – wie alle anderen Kommunen – mit dem Schutzstatus der Saatkrähen konfrontiert.

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