Vandalismus in Wunderbütteler Weizenfeld

Kornkreise als Schneisen der Zerstörung

Das Bild zeigt die Sicht einer Drohne auf das plattgefahrene Korn.
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Kornkreise ohne rätselhaften Hintergrund: Unbekannte mit Quads haben in einem Getreideschlag bei Wunderbüttel zahlreiche Weizenhalme plattgefahren.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Wunderbüttel – Unbekannte haben im Voraus die diesjährige Getreideernte der Familie Feld in Wunderbüttel dezimiert: Vermutlich mit zwei Quads sind sie am Sonntag durch einen Weizenschlag gepflügt, das keine 200 Meter vom Ortsrand entfernt liegt. Es ist offenbar nicht der einzige Fall dieser Art im Nordkreis.

Landwirtin Gundula Feld ist erstaunt über die Dreistigkeit der Täter: „Hier ist ja eigentlich Sackgasse“, sagt sie mit Blick auf den Wirtschaftsweg am Hilgenmoor, der südlich von Wunderbüttel in Richtung Friedrichsmühle führt. An einem Waldrand ist an einer Schranke Schluss, Gräben rechts und links machen ein Umfahren praktisch unmöglich. Ein, zwei weitere Feldwege enden im Nichts.

In dem Weizenfeld haben die Offroad-„Fans“ sich sichtlich ausgetobt. Die Spuren flachgedrückter Halme dürften sich auf einige hundert Meter summieren, mitunter sind auch Kreise ins Getreide gefahren worden. „Davon wird sich nichts wieder aufstellen“, sagt Gundula Feld. „Das ist alles kaputt.“ Den materiellen Schaden schätzt sie fürs Erste auf eine niedrige vierstellige Summe, hinzu komme noch die Mehrarbeit, den die geplätteten Stellen künftig verursachen.

Ein Nachbar, so berichtet die Landwirtin, habe am Sonntag Fahrgeräusche aus Richtung des Weizenfelds gehört, bei der Uhrzeit sei er sich nicht mehr ganz sicher. Gundula Feld hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Beamten seien auch schon vor Ort gewesen, auszugehen sei den Spuren nach von einem Quad und einem ATV-Quad.

Die Wunderbüttelerin hat gehört, dass es weitere Fälle gegeben haben soll, einen bei Glüsingen und einen zwischen Wierstorf und Lüder. Auf Nachfrage bei der Polizei hieß es dazu am Montag, dass in dieser Hinsicht zumindest bisher nichts aktenkundig geworden sei. Von dem Vorkommnis bei Glüsingen hat sich die Landwirtin jedoch selbst überzeugt, die Spurenlage dort spreche für ein einzelnes Quad. Zur möglichen Herkunft der Verursacher hat Gundula Feld keine Vermutung – eine örtliche Quad-Szene kenne sie jedenfalls nicht.

Beim Landvolk in Gifhorn ist man nicht amüsiert über die Zweckentfremdung von Getreidefeldern als Offroad-Parcours: „Die Ernte plattmachen – das geht gar nicht“, sagt Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse. „Dazu gehört schon kriminelle Energie.“

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