Konzert der Extraklasse

Die Band „Bavarian Classic-Jazzband“ mit Sängerin Petra Fierlbeck.

Rade - Von Jürgen Kayser. Die Band spielte überschäumend und spritzig-klassischen „New Orleans Jazz.“ Es swingte und groovte in der Deele und das Publikum ging begeistert mit. Knapp 150 Jazz-Enthusiasten erlebten am Freitag in der Gaststätte Schröder in Rade ein Konzert der Extraklasse. Vielen Fans war die fulminant und virtuos musizierende „Bavarian Classic-Jazzband“, die beim Otter- Jazz im vergangenen Jahr in Lüben brillierte, noch in bester Erinnerung.

Die Hot-Jazz-Formation aus München war damals zum Publikumsliebling avanciert. In diesem Jahr versprach der Programm-Mix mit „New Orleans meets Creole“ einen musikalische Jazz-Leckerbissen. Dargeboten von den Vollblutmusikern aus Bayern mit einer neuen Stimme in der Band. Zu hören waren Titel wie „Creole love Song“ und „Ain’t she sweet“ neben Songs von Ella Fitzgerald und Jazz-Legende Duke Ellington.

Handgemacht war der Jazz mit mitreißenden Improvisationen durch viele Stilrichtungen. Notenblätter gab es nicht. Die Truppe um Bandleader und Schlagzeug-Nostalgiker Heye Villechner (Friesischer Abstammung. „Einer muss ja hochdeutsch sprechen unter den Bayern“) spielte mit Heinz Dauhrer (Star-Trompeter, Sänger und Moderator), Matthias Götz ( Posaune mit solistischen Glanzeinlagen), Torsten Plagenz (Klarinette, Tenor-Saxophon), Leo Gmelch (Tuba), sowie Charly Thomas am Piano und Manfred Arriva Zoebisch (Banjo).

Aus der Band ragte schlank und schön in der Alt-Stimme und optisch ebenfalls Sängerin Petra Fierlbeck heraus. Jazz vom Feinsten. Humorvoll moderierend und konzertant zur Hochform auflaufend, feierte sie mit jedem Titel ihre Jazz-Leidenschaft. Jazz der 20er und 30er Jahre ausdrücklich eingeschlossen – ein Hörgenuss.

Großartig ertönte die Posaune, klanglich facettenreich. Nahtlos fügte sich Matthias Götz, der Neue in der Band, in die Gruppe ein. Das Banjo war eine Klasse für sich. Mit Schlagzeug und Tuba gemeinsam, den prominentesten Musikinstrumenten in einer Jazzband, wie „Arriva“ Zoebisch im „ur-münchener Dialekt“ scherzte, intonierte das Banjo „Chinatown, my Chinatown.“ Creole Jazz danach: Banjo, Posaune, Piano und die solistisch brillierende Klarinette von Torsten Plagenz brachten diesen Jazz-Stil voll zur Geltung.

Rückblick ins Jahr 1921: „Am Broadway kommt eine Revue zur Aufführung, die mit Pauken und Trompeten durchfällt.“ Ein Lied, das überlebte und zum Hit arrivierte, war beim Otter-Jazz der Kulturvereine Hankensbüttel, Wittingen und Wesendorf in Rade zu hören: „Bei mir bist du scheen“. Zum Schluss ein absolutes Highlight: Sieben Jazz-Musiker improvisieren unglaublich kreativ und atemberaubend den Welthit „Oh when the saints“ – ein bekannter Gospel. „Das ist Musik von Individualisten und Zauberern“, schwärmten einige Zuhörer.

New Orleans-Jazz der frühen 20er Jahre mit mitreißendem Rhythmen und Hits prominenter Musiker wie Louis Armstrong, Georg Lewis und anderer – das ist die Domäne der achtköpfigen Jazzband. Stehende Ovationen waren der Lohn. Günter Wolters, Mitorganisator des Otter-Jazzes, war hoch zufrieden und er hatte Recht behalten. „Die Jazz-Liebhaber werden begeistert sein.“

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