Kontroverse Diskussion über Breite der Pflanzbeete hält an / Landesbehörde will keine Änderungen

L 286: Ende März geht’s weiter

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Die Pflanzbeete sind breiter als die bisherige Parkstreifen-Markierung – das gefällt nicht jedem in Wittingen.

Wittingen. Das war’s mit dem Winter – sagen einhellig die Meteorologen.

Dann könnte man ja eigentlich auch die im Dezember unterbrochenen Arbeiten an der Knesebecker Straße in Wittingen wieder aufnehmen, oder? Doch Wittinger, die sich diese Frage stellen, müssen sich noch ein wenig gedulden: Die Straßenbaubehörde des Landes plant den Einbau der neuen Asphaltdecke derzeit erst für Ende März/Anfang April.

„Eher macht das Mischwerk, das uns den Asphalt liefert, auch gar nicht wieder auf“, sagt Henning Schwägermann, zuständiger Fachbereichsleiter in Wolfenbüttel. Für den Einbau benötige man zudem konstante Temperaturen von mindestens 5 Grad oder mehr, Nachtfröste seien da kontraproduktiv.

Bis die Asphaltfertiger anrücken, können sich die Wittinger also noch über die „Schweineohren“ streiten, die in die Fahrbahn ragen. Diese Pflanzbeete werden kontrovers diskutiert. Der Chef des ADAC-Ortsclubs, Hans Chojnacki, hat schon einen Rückbau gefordert. Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann dagegen hat den gegenwärtigen Zustand verteidigt – die Fahrbahnbreite entspreche den gängigen Standards. Bürger haben in Zuschriften ans IK dagegen ebenfalls zum Teil heftige Kritik am Status quo geübt: Breite Gespanne könnten sich kaum gefahrlos begegnen, und beim Einbiegen aus der Seitenstraße Himmelreich komme man zu weit auf die Gegenfahrbahn.

Auch Stadtbürgermeister Karl Ridder hat sich kritisch positioniert: Er hat sein Bauamt gebeten, die Sache bei der Straßenbaubehörde noch einmal zum Thema zu machen und „innigst“ für Änderungen zu werben: „Ich halte diese Dinger für absolut überzogen“, meint der Rathauschef mit Blick auf die Breite der Pflanzbeete.

Schwägermann bestätigt, dass es in dieser Hinsicht bereits Gespräche mit Bauamtsleiter Albert Soltau gegeben habe. Doch von einer Verkleinerung der „Schweineohren“ will man in Wolfenbüttel offenbar nichts wissen: „Wir wollen da erstmal nichts machen“, sagt Schwägermann. „Die Fahrbahn ist nicht schmal, das ist immer noch eine breite Landesstraße.“ Der Fachbereichsleiter geht davon aus, dass die Einengung für die Autofahrer derzeit eher eine gefühlte ist, weil die Markierungen noch fehlen und der Asphalt nicht fertig ist.

Ridder geht nun davon aus, dass der Ortsrat sich des Streitthemas in seiner März-Sitzung noch einmal annehmen wird. Der könne dann ein Signal geben, ob noch einmal Änderungen gewünscht seien.

Derweil kommt aus der Bürgerschaft erstmals Zustimmung zum neuen Erscheinungsbild der innerörtlichen L 286: „Wir haben festgestellt, dass der Verkehr ruhiger geworden ist“, sagt die Anwohnerin Renate Glupe. „Und das war ja auch das Ziel.“

Die Wittingerin verweist wie auch Schwägermann auf den unfertigen Zustand der Straße: „Der aktuelle Mittelstreifen ist ja nicht maßgeblich, und es fehlt noch die optische Abgrenzung an den Rändern.“ Außerorts seien die Straßen auch nicht breiter. Und aus dem Himmelreich komme man „eigentlich gut raus“.

Von Holger Boden

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