Elbe-Seitenkanal wäre von Plänen des Bundesverkehrsministeriums wohl nicht betroffen

Kommt Maut für Freizeit-Kapitäne?

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Wittinger Freizeit-Skipper auf Tour: Der Elbe-Seitenkanal wird wohl von Gebühren für Hobby-Kapitäne ausgenommen.

Wittingen. Für Verunsicherung unter Freizeitkapitänen sorgt die erneute Diskussion über eine mögliche Maut auf Wasserstraßen. Die Nutzer des Wittinger Sportboothafens wären wohl nicht davon betroffen, vermutlich aber Skipper auf der Aller.

Hintergrund ist ein „Wassertourismuskonzept“ des Bundesverkehrsministeriums, nach dem offenbar ab 2019 Gebühren für die Sportschifffahrt fällig werden sollen. Damit einher gehen Umstrukturierungen in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung.

„Ziel ist es, einen eigenen Haushalt für die touristisch genutzten Wasserstraßen einzuführen“, lässt sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zitieren. „Dadurch lösen wir das Konkurrenzverhältnis zum Hauptnetz der Bundeswasserstraßen auf. Künftig soll der Güterverkehr nicht mehr das allein ausschlaggebendes Kriterium für Investitionsentscheidungen sein, der touristische Nutzen einer Wasserstraße wird als eigener Wert bewertet.“

Im Wassertourismuskonzept trifft Dobrindts Ministerium eine Unterscheidung zwischen Hauptwasserstraßen auf der einen Seite (für die eine Maut wohl nicht erhoben werden soll) sowie „Freizeitwasserstraßen, naturnahen Wasserstraßen und Güternebenwasserstraßen“ auf der anderen Seite. Die weisen in der Regel Investitionsbedarf auf und sollen daher von Gebühreneinnahmen profitieren.

In einer dem Wassertourismuskonzept beigefügten Karte ist der Elbe-Seitenkanal als Hauptwasserstraße ausgewiesen. In dieser Region sind dort die Aller und die Ilmenau in ihrem nördlichen Abschnitt als Nebenwasserstraßen mit touristischer Bedeutung einsortiert.

Bundesverkehrsminister Dobrindt betont, man werde „keine Sportbootvignette einführen“. Eine Vignette also nicht – aber im Wassertourismuskonzept heißt es wörtlich unter dem Stichwort „Kurzfristig umzusetzen (bis 2019)“: „Einführung individueller Befahrungsgebühren für die Sportbootschifffahrt“.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) lehnt eine Skipper-Maut „ohne Wenn und Aber“ ab. Die zu erzielenden Einnahmen würden den erforderlichen Verwaltungsaufwand nicht rechtfertigen. Dem Bund fehle es nicht an Geld, die Wasserstraßen zu erhalten. Lies: „Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hat vielmehr aus organisatorischen Gründen große Mühe, die geplanten Maßnahmen umzusetzen.“

Rudervereine können derweil schon mal aufatmen. In Dobrindts Konzept steht: „Es ist nicht beabsichtigt, muskelbetriebene Sportboote (z. B. Paddel-, Ruder- und kleine Segelboote) zur Refinanzierung der Freizeitwasserstraßeninfrastruktur heranzuziehen.“

Von Holger Boden

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