Umtriebiges Jahr trotz Corona

Knesebecker Integrationswerkstatt: „Das tut den Menschen gut“

Engel für das Heinrich-Warnecke-Haus, Hochbeete für die KVHS, ein Holzbogen fürs Gifhorner Museum, reparierte Fahrräder für ein Kinderhaus und Demenzkissen („Nesteldecken“), ebenfalls für das Heinrich-Warnecke-Haus: Die Teilnehmer und das Team der Integrationswerkstatt haben 2020 mit ihren Arbeiten viel Freude bereitet.
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Engel für das Heinrich-Warnecke-Haus, Hochbeete für die KVHS, ein Holzbogen fürs Gifhorner Museum, reparierte Fahrräder für ein Kinderhaus und Demenzkissen („Nesteldecken“), ebenfalls für das Heinrich-Warnecke-Haus: Die Teilnehmer und das Team der Integrationswerkstatt haben 2020 mit ihren Arbeiten viel Freude bereitet.

Knesebeck – Bei der Integrationswerkstatt Nordkreis Gifhorn in Knesebeck ist die Freude groß: Kürzlich kam die Nachricht, dass die Arbeit im kommenden Jahr fortgesetzt werden kann.

Die Butting-Akademie, Trägerin der Integrationswerkstatt, umreißt die Ziele der Arbeitsgelegenheit (AGH) so: „Durch die Angebote der Integrationswerkstatt Nordkreis Gifhorn sollen die Teilnehmer auf Basis ihrer individuellen Situation stabilisiert, aktiviert, motiviert und auf ihre Reintegration in Gesellschaft und Arbeit vorbereitet werden.“ Das sei, so sagt die Werkstatt-Leiterin Uschi Schüller, in diesem Jahr auch trotz der Pandemie gelungen.

Zeitgleich werden 30 Teilnehmer von sechs Hauptamtlichen (in Teilzeit) und zwei Honorarkräften betreut, jeder von ihnen für maximal zwei Jahre. Den Langzeitarbeitslosen – je zur Hälfte Flüchtlinge und Einheimische – wird eine kreative und sinnvolle Beschäftigung geboten. Einigen ist schon der Übergang in den ersten Arbeitsmarkt gelungen.

Corona war bislang kein Hindernis für die AGH: „Unsere Leute sind dieses Jahr immer zur Arbeit gekommen“, sagt Schüller, „da ist niemand wegen der Pandemie weggeblieben.“ Angesichts der großen Räumlichkeiten mit der ehemaligen Produktionshalle von Kanada-Haus sei das auch unproblematisch, die Abstandsregeln ließen sich da gut einhalten.

Für die AGH-Teilnehmer, so hat Schüller registriert, war es in einer schwierigen Zeit sehr wichtig, weiterhin dabei zu sein und – unter Einhaltung der gebotenen Regeln – soziale Kontakte zu haben. Hinzu komme, dass die Arbeit und ihre Ergebnisse „gut für die Seele und das Selbstwertgefühl“ der Teilnehmer sind: „Wir konnten durch unsere Arbeit andere soziale Projekte unterstützen. Und die Teilnehmer erleben bei der Übergabe, dass das, was sie hergestellt haben, eine Freude bereitet. Diese Arbeit tut den Menschen gut.“

So wurden etwa sogenannte Demenzkissen hergestellt, die ans Heinrich-Warnecke-Haus übergeben wurden. Darüber hinaus wurden 4000 Corona-Masken genäht, dazu auch 200 Kittel für Pflegekräfte. „Das geht nicht ohne Unterstützung aus der Region“, sagt Schüller – die Integrationswerkstatt freue sich über eine enorme Spendenbereitschaft, durch die große Mengen an Materialien ins Haus kommen. Von großer Bedeutung sei auch die Vernetzung mit Einrichtungen wie dem Diakonischen Werk Wittingen, der KVHS, dem DRK, den Museen des Landkreises, der Lebenshilfe, den Schulen der Jugendförderung und vielen anderen.

Für 2021 sind schon weitere gemeinnützige Projekte geplant. Eins davon heißt „Hochbeete für jedermann“. Wer seinen Garten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr bewirtschaften kann oder gar keinen hat, der soll auf dem Gelände der Integrationswerkstatt ein Hochbeet „mieten“ können, das er dann – gegebenenfalls mit Unterstützung der AGH-Teilnehmer – pflegt.

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