Beim G7-Gipfel stehen Strafzölle im Fokus – die gehen auch Butting an

Knesebecker Blick nach Kanada

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Bei Butting spürt man die neue US-Zollpolitik – die Folgen lassen sich aber verkraften.

Knesebeck. Zoff oder Zusammenarbeit? Auf jeden Fall Zank um Zölle: Beim G 7-Gipfel, der Freitag in Kanada begonnen hat, müssen die großen westlichen Industrienationen und Japan ihr wirtschaftliches und politisches Verhältnis neu definieren.

Die Konsequenzen der Trumpschen Handelsschranken reichen derweil bis ins Isenhagener Land: Der größte Arbeitgeber im Nordkreis, das Knesebecker Unternehmen Butting, beschäftigt sich mit den Auswirkungen der US-Strafzölle auf Stahlimporte aus der EU.

„Das werden wir definitiv spüren“, sagt Butting-Sprecherin Andrea Kiel. Die Zölle von 25 Prozent auf Flachstahl, Rundstahl und Rohre – typische Varianten von Export-Edelstahl – machen Lieferungen aus Deutschland für US-Kunden deutlich teurer und damit unter Umständen uninteressant.

Bei Butting sind die Stahl-Exporte in die USA in den letzten fünf Jahren stark gestiegen. Das Unternehmen hatte vor Jahren eigens für das Nordamerika-Geschäft einen Standort mit einem Rohrlager in Kanada gegründet. Kiel: „Wir gehen jetzt von einem starken Rückgang in diesem Bereich aus.“

Gleichwohl sieht man bei Butting wie auch bei anderen europäischen Exporteuren eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass die neuen Zölle zu Engpässen bei den Stahlverarbeitern in den USA führen könnten. Wer dann schnell Nachschub benötigt, wird möglicherweise die 25 Prozent Aufschlag in Kauf nehmen, damit er den Betrieb am Laufen halten kann – das könnte die Nachfrage bei Anbietern aus Deutschland und dem Rest der EU wieder befeuern.

Bei Butting reagiert man laut Kiel derzeit schon proaktiv auf die Washingtoner Zollpolitik: Mit Spezialprodukten und Rohrleitungen – für die die Zölle nicht gelten – soll versucht werden, alternative Aufträge zu generieren. Die Sprecherin betont aber auch, dass man sich wegen des Rückgangs der US-Exporte keine Sorgen um das Knesebecker Unternehmen machen muss: „Wir werden es merken, aber es ist nicht ausschlaggebend.“

Von Holger Boden

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