Ganz neue Möglichkeiten

Knesebeck: Integrationswerkstatt jetzt auf einstigem Kanada-Haus-Areal

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Vier hauptamtliche Mitarbeiter und drei Honorarkräfte betreuen in der Integrationswerkstatt die Teilnehmer.

Knesebeck – Deutsche und Geflüchtete, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II bekommen, an den Arbeitsmarkt heranführen – das ist das Ziel der Integrationswerkstatt Nordkreis Gifhorn (ING).

Die Einrichtung, die in Trägerschaft der Butting-Akademie gGmbH steht, hat einen neuen Standort. „Und der bietet uns ganz neue Möglichkeiten“, freut sich die ING-Leiterin Uschi Schüller.

Denn die Werkstatt ist seit rund vier Wochen an der Fallerslebener Straße in Knesebeck zu Hause, in den Gebäuden der früheren Firma Kanada-Haus. Das Gelände gehört inzwischen dem Unternehmen Butting, und für dessen Inhaber Hermann Butting ist die Arbeit der Integrationswerkstatt ein Herzensanliegen. Das, so Schüller spüre man „sehr stark“.

Bisher war die Integrationswerkstatt, deren Arbeit vom Jobcenter finanziert wird, im ehemaligen IKK-Gebäude an der Wittinger Spittastraße ansässig. Das Angebot für die bis zu 30 Teilnehmer ist am neuen Standort gleich geblieben – aber nun steht dafür viel mehr Platz zur Verfügung. Schüller: „Wir haben viel mehr Möglichkeiten für unsere Ideen.“

Die Produktionshalle, in der noch diverse Maschinen und Werkzeuge des einstigen Hausbauers verblieben sind, bietet ideale Bedingungen für Holzarbeiten, bei denen beispielsweise Hochbeete, Nistkästen oder Zaunelemente hergestellt werden. In der Fahrradwerkstatt reparieren die Teilnehmer gespendete Fahrräder, im Garten bauen sie Gemüse an, Kleingruppen erlernen PC-Know-how, in einem Schulungsraum gibt es Deutschunterricht für Geflüchtete, und in der Nähwerkstatt im früheren Verwaltungsgebäude von Kanada-Haus entstehen jetzt Kissen und Taschen.

Die Empfänger der Produkte sind in der Regel Schulen, Kitas, soziale Einrichtungen oder Bedürftige, doch der Produktionsprozess ist vor allem Selbstzweck: Die derzeit 29 Teilnehmer erwerben Fertigkeiten und Kenntnisse, und die sichtbaren Resultate ihrer Arbeit bieten Erfolgserlebnisse und Motivation.

Die ING wird als offenes Haus geführt, interessierte Besucher sind willkommen. Das war schon in Wittingen so, wo Gäste auch schon mal eine Spende daließen. Projektarbeit mit Schulen und Kitas ist Teil des Konzeptes, und für den Herbst ist ein Besuch durch die Lebenshilfe geplant. Es gibt viele weitere private und gewerbliche Kooperationspartner und Unterstützer, zudem nutzen die KVHS und das Diakonische Werk regelmäßig Räume am neuen Standort, und die Knesebecker Flüchtlingshilfe, zuvor an der Gifhorner Straße daheim, ist auch an die Fallerslebener Straße gezogen.

VON HOLGER BODEN

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