Für Dr. Siegmund Supady ist noch kein Nachfolger gefunden

Knesebeck: Arztpraxis schließt nach 41 Jahren

Dr. Siegmund Supady mit seiner Ehefrau Lucie und den Mitarbeiterinnen Anja Friedrichs (r.), Astrid Könnecke (v.l.) und Karin Borchers.
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Dr. Siegmund Supady mit seiner Ehefrau Lucie und den Mitarbeiterinnen Anja Friedrichs (r.), Astrid Könnecke (v.l.) und Karin Borchers.

Knesebeck – Nach mehr als 40 Jahren ist Schluss: Dr. Siegmund Supady schließt seine Arztpraxis in Knesebeck. Der Allgemeinmediziner und sein Team öffnen an diesem Freitag zum letzten Mal ihre Türen an der Gifhorner Straße.

Für die Knesebecker stellt sich nun mit Nachdruck die Frage nach der künftigen medizinischen Versorgung im Ort.

Supady kann man das nicht zum Vorwurf machen – der 74-Jährige hat schon deutlich länger praktiziert, als man das erwarten darf. Dass sein Beruf für ihn Berufung ist, hatte er beim Knesebecker Neujahrsgespräch wiederholt deutlich gemacht, wo er immer wieder auch auf die Notwendigkeit einer Nachfolgelösung hinwies.

1979 startete Supady in Knesebeck, er übernahm damals die Praxis von Dr. Wielsch. „Es hat Spaß gemacht“, bilanziert er, und doch staune er selbst ein wenig, diese 41 Jahre Hausarzt-Tätigkeit geschafft zu haben. Rund 1300 Patienten pro Quartal habe die Praxis zuletzt betreut.

Dankbar ist der Mediziner für sein Team – einige Mitarbeiterinnen hätten über all die Jahrzehnte die Treue gehalten. Zwei von ihnen gehen nun auch in den Ruhestand. Die übrigen hätten bereits neue Stellen gefunden. Das Team freut sich über die vielen Aufmerksamkeiten zum Abschied, die von Patienten schon abgegeben wurden.

Doch wie geht es für die Patienten weiter? Supady, der bislang keinen Nachfolger gefunden hat, bleibt in Knesebeck und steht für private Anfragen zur Verfügung. Das wird freilich nicht den Bedarf des Patientenstamms abdecken können. Der Mediziner hat erreichen können, dass seine Zulassung für die nächsten sechs Monate nicht verfällt. Die Praxis und ihre Infrastruktur sollen erhalten bleiben, sodass ein neuer Arzt sie übernehmen könnte.

Bisher haben auch die Gespräche von Politik und Verwaltung mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN, das IK berichtete) zu keinem zählbaren Erfolg geführt. Stadtbürgermeister Andreas Ritter hat aber die Hoffnung, dass es bald eine Lösung geben könnte. „Wir haben zwei Eisen im Feuer“, sagt er. Dabei gehe es um das Ziel, einen Mediziner nach Knesebeck zu holen, der in Anstellung für eine andere Praxis arbeitet. Gespräche seien gelaufen und sollen Anfang des Jahres fortgesetzt werden.

Bei der Immobilienfrage sei Supady erster Ansprechpartner, so Ritter. Sollte es zwischen den Beteiligten zu keiner Einigung kommen können, dann sei auch eine Übergangslösung an einem anderen Standort im Ort denkbar.

Seitens der KVN heißt es: „Aktuell bleiben als Versorgungsalternativen neben der anderen Knesebecker Praxis die Praxen in Wittingen, Hankensbüttel, Wahrenholz und gegebenenfalls auch in Ehra-Lessien.“ Und: „Wir suchen noch das Gespräch, um die Frage einer Ausschreibung zur Nachbesetzung dieser Praxis zu klären. Dies ist nur auf Antrag des Praxisinhabers möglich und bedarf zusätzlich noch der Genehmigung des Zulassungsausschusses.“

Klar ist: Für eine Perspektive in Knesebeck braucht es einen Interessenten.

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