Helios strukturiert um: Mahlzeiten im Wittinger Krankenhaus kommen künftig aus Uelzen

Klinik schließt Küche und Caféteria

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Die Caféteria im Wittinger Krankenhaus schließt, der Küchen- und Kantinenbereich wird aus Uelzen bedient.

Wittingen. Die Wittinger Helios-Klinik schließt zum 1.  Dezember ihren Küchen- und Kantinenbereich samt Caféteria. Fünf Mitarbeiterinnen waren in diesem Bereich bisher beschäftigt.

Patienten und Mitarbeiter werden künftig mit Mahlzeiten aus der Küche der Uelzener Klinik beliefert.

Die Schließung wurde dem IK unmittelbar nach dem Abdruck des Interviews mit dem neuen Geschäftsführer Dr. Osman Mersinli bekannt, in dem dieser einer weiteren Verschlankung des Betriebes unter seiner Ägide eine Absage erteilt hatte. In der Tat hat der 44-Jährige die Entscheidung offenbar nicht zu verantworten – die sei schon vor seinem Amtsantritt gefallen, so Mersinli.

Die Betriebsratsvorsitzende Hilke Hamel bestätigt das: „Das war schon vorher entschieden.“ Das Küchenpersonal ist nicht direkt bei der Wittinger Klinik angestellt, sondern bei der Helios Catering Niedersachsen GmbH, einer Tochtergesellschaft des Konzerns.

Den fünf bislang voll- oder teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen der Wittinger Klinik-Küche sind nach Angaben der Helios-Sprecherin Ulrike Grönefeld Arbeitsplätze in Uelzen angeboten worden. Nach IK-Informationen hat davon nur eine Mitarbeiterin Gebrauch gemacht. Hamel sagt dazu, angesichts der Fahrtkosten hätten die meisten der Betroffenen bei ihrem Gehalt eine Beschäftigung in Uelzen als nicht mehr lohnend angesehen.

Die Helios Catering GmbH mit Sitz in Schleswig hat den Frauen Aufhebungsverträge vorgelegt – zur Vermeidung einer betriebsbedingten Kündigung, wie es in dem Papier heißt. Laut Grönefeld soll eine zusätzliche Mitarbeiterin eingesetzt werden, „um die Menüabfrage zu gewährleisten“.

Bisher wurden in Wittingen täglich 10 bis 50 kalte und warme Mahlzeiten für Patienten und Mitarbeiter zubereitet. Bei Belieferung aus Uelzen, wo das Küchenteam aufgestockt wird, sollen diese künftig aus 21 Menüs (statt bisher 8) wählen können. In Uelzen werden derzeit täglich 400 Essen gekocht.

Die Wittinger Mahlzeiten sollen – nach Zubereitung in Uelzen – in Wittingen fertig gegart werden. Grönefeld zufolge kommt ein „modernes Verfahren“ zum Einsatz, um die Frische zu erhalten. Die Ausgabe der Mahlzeiten wurde bisher auch vom Wittinger Küchenteam erledigt. Dies sollen künftig die Pflegekräfte machen. Bis vor zwei Jahren sei dies auch schon so gewesen, so Grönefeld: „Wir sind derzeit mit dem Betriebsrat im Dialog, in wieweit wir zukünftig die Pflegekräfte von pflegefremden Tätigkeiten entlasten können.“ Der Sitzbereich an der Wittinger Klinik-Caféteria bleibt erhalten, zum Kaffee-Automaten soll sich noch ein Snack-Automat gesellen. Betriebsrätin Hamel kennt das spezielle Problem der Caféteria: „Es wurde viel versucht, sie attraktiv zu machen. Leider wurde das von den Gästen nie angenommen.“ Mersinli betont, er habe im Interview keine falschen Informationen streuen wollen – die Kürzungen im Küchenbereich seien für ihn aufgrund der schon früher gefällten Entscheidung bereits abgehakt gewesen: „Alles, was ich gesagt habe, war so gemeint.“ Der Wittinger Klinik-Geschäftsführer hofft, dass die Verlagerung des Bereiches nach Uelzen „keine Einbahnstraße“ sein muss – und dass sich solche Strukturen vielleicht zurückholen lassen, wenn beispielsweise ein Geriatrie-Angebot etabliert wird und auf Resonanz stößt.

Von Holger Boden

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