Interessengemeinschaft informiert in Ohrdorf über Pläne / Werben um Akzeptanz

Zu kleiner Windpark lohnt nicht

Gerhard Binotsch, seit 20 Jahren mit Windenergie befasst, erklärte des Besuchern,
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Gerhard Binotsch, seit 20 Jahren mit Windenergie befasst, erklärte des Besuchern, wie er gemeinsam mit der Interessengemeinschaft vorgehen will.

Ohrdorf. Wie viele Windenergieanlagen werden auf der Fläche zwischen Suderwittingen, Ohrdorf und Mahnburg entstehen? Wie groß werden sie sein?

Wird der Strom auch abgenommen? Die Bürgerinnen und Bürger aus den betroffenen Dörfern bekamen am Freitagabend im Dorfsaal in Ohrdorf Gelegenheit, sich umfassend zu informieren. Sie machten Gebrauch davon und zeigten sich dankbar, dass die Interessengemeinschaft und die Planer sich bereit zeigten, in einem frühen Stadium offen über alle Fragen und Zweifel zu diskutieren.

Henning Schulze sprach für den Zusammenschluss von 29 Anteilhaltern der Interessengemeinschaft, die Flächen zur Verfügung stellen, um gemeinsam Windenergie zu erzeugen. „Nicht mit einem Paukenschlag, sondern nach sorgfältiger Planung und Abstimmung“. Von der Planungsgruppe war Geschäftsführer Gerhard Binotsch angereist, um mittels Grafiken und ausführlicheren Erläuterungen aufzuklären.

Man strebe nicht eine Wertschöpfungskette über gepachtete Flächen an, sondern eine enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, mit der Interessentengemeinschaft, den Bürgern und den kommunalen Institutionen. „Maximale Akzeptanz ist wichtiger als maximale Größe“, führte er aus. Ein Windpark wie der geplante sei immer eine Abstimmung zwischen Investition und Rendite. Derzeit gehe man von zwölf Windrädern mit einer Höhe von jeweils 200 Metern über alles aus.

Noch sei man in einem frühen Stadium und überlege, weitere Investoren ins Boot zu holen. Möglich seien Stadtwerke aus der Umgebung. Aber auch an eine Ausgabe von fest verzinslichen Anleihen in kleiner Stückelung durch regionale Geldinstitute sei denkbar.

Bevor jedoch mit einem Bau begonnen werden könne, müsse beispielsweise eine Studie über ein Jahr angefertigt werden, um die Belange des Naturschutzes zu berücksichtigen. Diese Hürde sei eine der höchsten, weil man die Belästigung durch Schatten oder Lärm heutzutage völlig vermeiden könne. Fiele beispielsweise ein schwarzer Schatten auf ein Haus, registriere das die Maschine automatisch und schalte sich ab. Sollten die Windräder nach etwa 15 Jahren abgebaut werden, käme eine Rückbaubürgschaft zum Tragen, die vorher in Höhe von bis zu 200 000 Euro pro Mast bei der Kommune hinterlegt werden müsse.

Ein zu kleiner Windpark lohne sich nicht, wenn man berücksichtige, dass allein für die Einspeisung in die vorhandene 110-kV-Leitung ein Umspannwerk für 1,5 bis zwei Millionen Euro gebaut werden müsse, unterstrich Binotsch. Kommentar einer Teilnehmerin in Richtung Interessengemeinschaft: „Ich finde es sehr gut, dass das von Euch so transparent gemacht wird.“

Von Horst Michalzik

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