Klare Worte zur Oberschule

Zum nächsten Schuljahr könnten in Niedersachsen die ersten Oberschulen eröffnen.

Emmen - Von Carola Peiser. Erste Informationen gab es gestern Nachmittag in Emmen zur Einführung der Oberschule in Niedersachsen. Die neue Schulform vereint künftig Haupt- und Realschulen mit der Möglichkeit einen Gymnasialzweig einzurichten. Die CDU-Landtagsabgeordnete Ingrid Klopp hatte gestern zu einer Diskussionsveranstaltung den Schulexperten und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Karl-Heinz Klare eingeladen und rund 60 Interessierte – Schulträger, Verwaltungschefs, Lehrer und Elternvertreter – waren gekommen.

Klare sprach von einem Meilenstein: „Nach 40 Jahren soll die Debatte um Strukturen beendet werden – mit einer weiteren Strukturreform.“ Zudem wolle man mit dem neuen Modell auf den massiven Schülerrückgang reagieren. Immer weniger Eltern würden ihre Kinder zur Hauptschule schicken. Mit einem gegliederten und integrativen Angebot wolle man einen Konsens schaffen.

Langfristiges Ziel dabei sei, ein zweizügiges Angebot mit 52 Schülern – mit gymnasialen Angebot dreizügig mit 79 Schülern – zu schaffen. „In fünf Jahren sollen Haupt- und Realschulen in Kombischulen umgewandelt werden. Dabei bleibt die IGS als weiteres Angebot bestehen“, so Klare. Die Christdemokraten setzen dabei auf längeres, gemeinsames Lernen mit einer hohen Durchlässigkeit zwischen den Schulformen. Abschlüsse seien die gleichen wie an der Haupt- und Realschule, der Weg zum Abitur an Fachgymnasien oder Gymnasien einfacher. Klare ist der Überzeugung, dass es zwar zu Abwanderungen an Gymnasien komme, aber kein Standort gefährdet werde.

Frühestens zum 1. August 2011 kann eine Oberschule eingerichtet werden, aufsteigend ab Klasse 5. 50 Prozent der Fächer werden gemeinsam unterrichtet, Deutsch, Mathematik und Englisch differenziert. Mit einem gymnasialen Angebot kommen die Fächer Biologie, Chemie und Physik hinzu. Wenn eine Samtgemeinde den Antrag auf eine Oberstufe stellt, muss dies aber mit dem Landkreis als Träger der Gymnasien abgestimmt werden.

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