In Wittingen dürfen Saatkrähen an ausgewählten Standorten wieder vergrämt werden

Klappern bis Ende März – vielleicht

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Drei Nester in den Ästen einer kapitalen Eiche neben der St. Stephanuskirche: Wer möchte, dass sie nicht wieder bezogen werden, der kann die Krähenklappe benutzen.

Wittingen. Seit Kurzem darf in Wittingen wieder geklappert werden: Am 15. Januar hat die Phase begonnen, während der an ausgewählten Standorten im Innenstadtbereich Saatkrähen per Krähenklappe daran gehindert werden dürfen, sich auf Bäumen häuslich niederzulassen.

Neu: Die sogenannte Vergrämung ist dieses Mal – anders als im Vorjahr – nicht nur bis zum 15., sondern unter Umständen bis zum 30. März erlaubt. Einem entsprechenden Antrag der Stadt habe die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Gifhorn bereits im November stattgegeben, berichtet die Fachbereichsleiterin für Umwelt, Antje Präger, auf IK-Anfrage.

Krähenklappe an einer Eiche an der Gustav-Dobberkau-Straße. 

Mit einem späteren Vergrämungs-Schluss Ende März soll darauf reagiert werden können, dass die Krähen eventuell erst vergleichsweise spät einrücken und damit auch erst später ihre Eier ablegen. Ob über den 15. März hinaus die Krähenklappen bedient werden dürfen, wird im Rahmen des Monitorings festgelegt. Ein Fachbüro aus Braunschweig begleitet für die Stadt das Saatkrähen-Thema.

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Vergrämt werden darf wie bisher an folgenden Standorten:

• Hindenburgwall (Wallanlagen und Hotel Nöhre/Parkplatz Sparkasse)

• an der St. Stephanuskirche

• Gustav-Dobberkau-Straße (Schule, Gartenweg)

• Spielplatz am Umweg (Ecke Grüner Weg)

Neu sind außerdem:

• Bromer Straße / Ortsrand

• Emsland Food / Tennisplätze

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Die Bromer Straße war im vergangenen Jahr vermehrt von Krähen besiedelt worden – mutmaßlich solchen, die an anderen Stellen vertrieben worden waren. Durch Vergrämung sollen sie von dort nun veranlasst werden, weiter vom Ortsrand entfernt ihre Nester zu bauen.

Das Gelände von Emsland Food und rund um Tennisplätze und Reithalle gilt nicht mehr als Ausweichstandort. „Diese Ausweichplätze wurden von den Krähen nicht angenommen“, sagt Präger. Stattdessen darf dort nun sogar vergrämt werden. Im Fall von Emsland Food aus Gründen der Lebensmittelsicherheit.

Bemerkenswert ist allerdings: Während im Antrags-Papier der Stadt davon die Rede ist, dass bei der Tennis- und Reitanlage ein die Belange des Naturschutzes „überwiegendes öffentliches Interesse besteht“, weist das Papier auch neue „Schwerpunkt-Nistbereiche“ aus. Die liegen im Bereich Bromer Straße/Brauerei sowie am Zimmerplatz/Umweg (gegenüber Hol ab) – und da ist drumherum viel Wohnbebauung.

Als Ausweichstandorte, die die Krähen möglichst für sich entdecken sollen, gelten weiterhin die Nachtweide und der Baumbestand entlang der Fulau.

Das Monitoring geht auch dieses Jahr weiter, am Ende des Jahres wird dann wieder Bilanz gezogen. 2017 wurden insgesamt 87 Krähennester gezählt, davon waren 79 besetzt.

Neben Krähenklappen sind übrigens auch Taschenlampen als Instrument der Vergrämung zulässig. Die Klappen werden im März dann abgebaut. Die Taschenlampen, so steht es im Antrag der Stadt an die Untere Naturschutzbehörde, müssen dann „stillgelegt“ werden.

Von Holger Boden

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