Oder mit Licht: Stadt Wittingen bekommt grünes Licht für Maßnahmen gegen 50 Nester

Mit der Klappe gegen die Krähen

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In Achim ist eine Krähenklappe schon im Einsatz – ein Rentner hatte juristisch grünes Licht dafür bekommen. Wittingen darf solche Instrumente nun auch einsetzen, um die Krähenplage zu mildern.

Wittingen. Das Problem bewegt viele Wittinger seit vier Jahren – und nun scheint eine Lösung zu nahen. Oder zumindest punktuelle Hilfe. Die Saatkrähen dürfen an mehreren Stellen rings um die Innenstadt vergrämt werden.

Das hat jetzt der Landkreis Gifhorn mitgeteilt, bei dem die Untere Naturschutzbehörde angesiedelt ist. Demnach gibt es für die Maßnahmen gegen die Krähenkolonien ein Zeitfenster von zwei Monaten, das schon angebrochen ist, und es werden konkret zwei Vorgehensweisen erlaubt. Nach Angaben von Kreisrat Detlev Loos können die Wittinger Saatkrähen „in der Zeit vom 15. Januar bis 15. März vergrämt werden mit dem Einsatz von Krähenklappen und von Lampen in der Dämmerung“. Die Erlaubnis bezieht sich nicht auf jeden Punkt in Wittingen. Sie umfasst laut Loos „das Gebiet Hindenburgwall, das Gebiet um die Kirche, Gustav-Dobberkau-Straße und einen Spielplatz“. Damit dürfte der Spielplatz im Bereich Umweg/Uelzener Straße gemeint sein. Loos: „Die Vergrämungsorte wurden durch die Stadt Wittingen beantragt.“

In den genannten Bereichen geht es nach Erkenntnissen der Kreisverwaltung um zirka 50 Nester. Diese seien 2016 belegt gewesen. Insgesamt seien letztes Jahr im Stadtgebiet etwa 85 belegte Nester ermittelt worden, dazu noch einmal die gleiche Zahl an unbelegten Nistplätzen.

Die Stadt Wittingen hatte angesichts der komplexen Thematik – Saatkrähen sind geschützt – ein Fachbüro eingeschaltet. Selbstständig durfte die Kommune bei der Vergrämung nicht aktiv werden. Nun, da der Landkreis Schritte erlaubt, sei kein weiterer politischer Beschluss mehr nötig, sagt Stadtbürgermeister Karl Ridder. Man warte im Rathaus auf den schriftlichen Bescheid aus Gifhorn, dann könne die Verwaltung tätig werden.

Viele Bürger hoffen seit langem darauf: Rolf-Arno Franke, Anwohner des Hindenburgwalls, hatte im Mai 2014 mehr als 500 Unterschriften gegen die Saatkrähenplage gesammelt und dem Bauausschuss übergeben. Er ist froh, dass endlich gehandelt werden kann und bietet an, bei der Vergrämung der Vögel zu helfen: „Ich würde mich gerne einbringen, und ich denke, der eine oder andere Wittinger wäre ebenfalls zu mobilisieren.“ Die Bürger hatten vor allem Lärmstörung – unzeitiges Wecken durch lautes Krächzen gegen 4.30 Uhr im Sommer – und Verschmutzung von Terrassen und anderen Bereichen durch Vogelkot moniert.

Franke hofft, dass angesichts der langen vorangegangenen Diskussion nun nicht mehr lange an Konzepten gefeilt werden muss – und hofft auf einen frühzeitigen Beginn der Vergrämung. Krähenklappen kommen in der Republik schon vielfach zum Einsatz. Bei „Lampen in der Dämmerung“ geht es um Störungen der Kolonien durch starke Lichtstrahler. Laser sind damit allerdings nach Angaben der Kreisverwaltung nicht gemeint.

Von Holger Boden

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