Stadtelternrat hofft auf Sitz für Vertreter im Fachausschuss

Kita-Politik: Wittinger Eltern wollen mitreden

Im System der Kindertagesstätten ist viel Bewegung. Eltern im Wittinger Stadtgebiet wollen nun bei der Gestaltung der künftigen Kita-Landschaft auf politischer Ebene mitreden dürfen.
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Im System der Kindertagesstätten ist viel Bewegung. Eltern im Wittinger Stadtgebiet wollen nun bei der Gestaltung der künftigen Kita-Landschaft auf politischer Ebene mitreden dürfen.

Wittingen. Eltern aus dem Wittinger Stadtgebiet fordern Mitsprachemöglichkeiten in der Kita-Politik: „Unser Ziel ist es, einen Bürgervertreter stellen zu dürfen, um in Diskussionen im Fachausschuss mitwirken zu dürfen“, sagt Henning Haven, zweiter Vorsitzender des Stadtelternrates der Kindergärten und Krippen.

Dieser Stadtelternrat (SER) hat sich vor rund zwei Jahren konstituiert, öffentlich in Erscheinung getreten ist er bis dato kaum.

Das ändert sich jetzt. Der erste Vorsitzende Lars Dreyer-Winkelmann und sein Stellvertreter wollen, dass die Anliegen und Sichtweisen der Erziehungsberechtigten bei städtischen Kita-Planungen berücksichtigt werden.

„Schlimm ist, dass diese Dinge oft hinter verschlossenen Türen verhandelt werden“, sagt Dreyer-Winkelmann – und spielt damit auf die Tatsache an, dass Kita-Themen in der Regel im sogenannten gemeinsamen Ausschuss der Stadt und der Kirche (als Betreiber) behandelt werden. Der tagt nichtöffentlich. Kommen die Dinge dann im Sozialausschuss auf die Tagesordnung, dann seien sie „oft schon beschlossene Sache“, so der SER-Vorsitzende.

Die FWG hatte dieses Jahr bereits einen Anlauf genommen, das zu ändern. Ein Antrag, Kita-Angelegenheiten künftig in einem neu aufzustellenden, öffentlich tagenden Schul- und Kindergartenausschuss zu behandeln und dabei auch einen Platz für einen Kita-Elternvertreter zu schaffen, fiel bei der politischen Konkurrenz durch. Haven geht davon aus, dass es in dieser Hinsicht zu einem zweiten Anlauf kommen könnte: „Da muss die Politik sich bewegen.“

Dreyer-Winkelmann fände es sinnvoll, Schul- und Kita-Themen in ein- und demselben Fachausschuss zu behandeln. Der SER-Vorsitzende sieht bei der Vorbereitung der Kinder auf den Übergang vom Kindergarten zur Schule „viel Luft nach oben“, und Haven wünscht sich eine „ganzheitliche Betrachtung“, denn schließlich gehe es im Kindergarten heutzutage auch schon um pädagogische Aspekte: „Kita bedeutet Bildung.“

Die beiden Elternvertreter sehen davon abgesehen viele Gründe, Eltern-Meinungen in die politische Diskussion einzubringen. So verweist Dreyer-Winkelmann darauf, dass bei den geplanten Kita-Neubauten für Wittingen und Knesebeck seines Wissens keine Speisesäle vorgesehen seien. „Da würden wir uns gern einbringen.“ Auch bei Bedarfsabfragen, so glaubt Haven, sei eine intensivere Einbindung der Eltern hilfreich. Und schließlich rede man über einen Bereich, der dynamischen gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen ist. Da sei es angebracht, die direkt Betroffenen einzubinden.

Der SER ist ein zehnköpfiges Gremium, das sich aus je zwei Vertretern jeder Kita zusammensetzt. Dreyer-Winkelmann und Haven nehmen schon jetzt häufig an Ausschusssitzungen teil – als Bürger. Das Problem daran sei, so Haven: „Da ist ein Thema dann schnell durch, und dann bleibt nur noch die Einwohnerfragestunde.“

Von Holger Boden

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