Stadt findet keinen Käufer für Walllstraße 4

Keiner will die Wittinger Baulücke

Die Kleine Wallstraße 4 - ein marodes Wohnhaus vor dem Abriss.
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So sah die Kleine Wallstraße 4 bis zum Abriss aus: Für die zwischenzeitlich entstandene Baulücke stellt sich die Stadt etwas Schöneres vor.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen – Beim Schließen der berühmtesten Baulücke in der Altstadt ist die Stadt Wittingen noch keinen Schritt weiter: Keiner will die Freifläche an der Kleinen Wallstraße haben.

Die Stadt hatte das 278 Quadratmeter große Grundstück zum Verkauf angeboten, aufgerufen wurden mindestens 15 500 Euro. „Leider hat sich niemand gemeldet“, berichtet Stadtbürgermeister Andreas Ritter. „Wir wollen jetzt einen zweiten Versuch unternehmen. Wir haben noch Hoffnung.“

Wer das Grundstück kauft, der muss es auch bebauen – das ist Teil der Konditionen, die die Stadt an den Verkauf knüpft. Damit soll Spekulationen vorgebeugt werden, zudem wünscht man sich aus städtebaulicher Sicht ein neues Gebäude an der Stelle, wo einst das Haus Nummer 4 stand. Wohnräume und/oder ein Geschäft – diese Nutzung kann man sich im Rathaus vorstellen.

Der Bauherr in spe muss dabei aber auch den Denkmalschutz beachten, den das gegenüberliegende Haus Kreyenberg genießt. Ein neues Objekt muss sich in dieser Hinsicht architektonisch in die Umgebung einpassen. Was womöglich ein Grund dafür ist, dass noch kein Investor angebissen hat.

Die Stadt wird also eine zweite sogenannte Anpreisung auf den Weg bringen. Eine Rückkehr zu den Überlegungen, dort stattdessen einen Parkplatz anzulegen, ist für Ritter keine Option.

Eine solche Nutzung war ursprünglich der Grund dafür gewesen, dass die Stadt das seinerzeit marode Objekt Kleine Wallstraße 4 überhaupt kaufen und abreißen wollte. Damals, 2015, stand die Stadtpolitik unter dem Eindruck massenhaften Falschparkens von Kunden der einst dort angesiedelten Postfiliale. Zu strikten Sanktionen für dieses Fehlverhalten wollte man sich nicht durchringen, stattdessen sollte zusätzlicher Parkraum her, und Poller wurden aufgestellt. Inzwischen ist die Post allerdings schon lange umgezogen. Zweimal.

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