Enge Südumgehung für Wittingen: Wenig Begeisterung, dürre Faktenlage

Keinen Schritt weiter

Entlastung im Südwesten? Derzeit stagnieren die Pläne für eine Verbindung von der Lessingstraße zum Wunderbütteler Kirchweg. Foto: Archiv

Wittingen. Die Überlegungen für eine Wittinger Südumgehung stecken im Stau. Der Verkehrsausschuss hat das Thema am Mittwochabend ergebnislos vertagt – vorwärts geht es erst, wenn genaue Erkenntnisse zu Fördermöglichkeiten vorliegen.

Das hätte eigentlich schon am Mittwoch der Fall sein sollen. Zumindest war das der Auftrag an die Verwaltung gewesen, den der Ausschuss mit seinem Votum in der Sitzung im April erteilt hatte. Doch vier Monate später ist man „kein Stück weiter“, wie Uwe Hoppmann (CDU) feststellte, der genüsslich das Protokoll der letzten Sitzung rezitierte.

So lagen für die Beratung über einen eventuellen Planungsauftrag keine belastbaren Fakten vor, stattdessen blieb es bei Mutmaßungen und Einschätzungen. Wie tief müsste die Stadt für die beiden Eisenbahnkreuzungen im Zuge einer Südumgehung in die Tasche greifen? Unklar. Laut Bauamtsleiter Albert Soltau glaubt man bei der OHE ans Verursacherprinzip (und damit eine Komplettfinanzierung durch die Stadt), während Friedrich Lührs auf das Eisenbahnkreuzungsgesetz verwies, demzufolge die Ausgaben gedrittelt werden. Die Prüfung der Fördermöglichkeiten? Soltau zufolge „nicht abgeschlossen“, bisher sehe es aber eher mau aus.

Hans-Heinrich Koch (SPD) fand es „erstaunlich“, dass die Sache wieder auf der Tagesordnung auftaucht, obwohl es keine neuen Erkenntnisse gibt: „Im Moment weiß ich nicht, über wie viel Geld ich zu reden habe.“ Auch Friedrich Lührs (FWG) monierte die fehlende Klärung der Fördermöglichkeiten – schließlich habe man eine entsprechende Empfehlung verabschiedet.

Ohnehin drängte sich der Eindruck auf, dass Lührs weitgehend allein auf weiter Flur für das Projekt kämpft. Die CDU ohnehin dagegen, Stadtbürgermeister Karl Ridder auch („Ich kann den Sinn einer engen Südumgehung nicht erkennen“) – und aus den eigenen Reihen war am Mittwoch nicht gerade begeisterte Unterstützung zu spüren.

Aus Reihen der Bürger kamen in der Einwohnerfragestunde Fragen nach dem Abstand, den eine enge Südumgehung zur Bebauung im Wittinger Südwesten hätte. „Das mögen 30, 40 Meter sein“, schätzte Lührs, „das hängt von der Planung ab.“ Und, ja, ein Grünstreifen als Schutz sei auch in der Diskussion. Jochen Bellin bemängelte, dass ganz offensichtlich noch nicht mit allen Flächenbesitzern darüber gesprochen wurde, ob sie überhaupt verkaufen wollen.

Die Frage, ob nicht auch eine Nordumgehung denkbar sei, beantwortete Lührs mit Verweis auf höhere Kosten: Für die Schienen-Querungen im Süden, die ausgebaut werden sollen, gebe es Bestandsschutz. Im Norden müsse man eine Brücke bauen – und das sei wohl kaum finanzierbar.

Von Holger Boden

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