IK-Wetterexperte Reinhard Zakrzewski prognostiziert Schaukel-Hochsommer

Keine Hitzewelle in Sicht

Im Juli darf man zwar auf einige warme bis schwülheiße Tage hoffen, die aber schnell von Gewitterfronten vertrieben werden. F: Archiv
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Im Juli darf man zwar auf einige warme bis schwülheiße Tage hoffen, die aber schnell von Gewitterfronten vertrieben werden.

Isenhagener Land. Mit dem heutigen Siebenschläfertag wird es für den Hochsommer im Juli und August spannend: „Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag“, heißt es.

Dieser kleine Reim ist wohl einer der bekanntesten und besten Bauernregeln im deutschsprachigen Raum.

Mit dem gleichnamigen, putzigen Tier hat die Regel nichts zu tun. Vielmehr standen sieben schlafende Jünglinge für die Bezeichnung Pate: In der Zeit der Christenverfolgung versteckten sie sich in einer Höhle bei Ephesus und wurden darin eingemauert. 200 Jahre, so die Legende, schliefen sie dort den Schlaf der Gerechten. Als man sie entdeckte, erwachten sie wieder.

Statistische Untersuchungen ergaben, dass das Wetter um den 27. Juni für einen Hochsommertrend unbrauchbar ist. Wendet man die Regel allerdings auf die erste Julidekade an, liegt die Trefferquote bei 70 Prozent. Grund für die Ungereimtheit ist die von Papst Gregor dem XIII. im Jahre 1582 verfügte Kalenderreform. Damals hinkte der Julianische Kalender dem astronomischen Sonnenstand um rund zehn Tage hinterher. Die Differenz wurde durch ein entsprechendes Vorziehen der Kalendertage ausgeglichen. So ist der eigentliche Siebenschläfertag nicht der 27. Juni, sondern der 7. Juli.

Nach dem aktuellen Stand der Wettermodelle scheint sich der Hochsommer im entscheidenden Zeitraum auf „gut durchschnittlich“ einpendeln zu wollen. Hoffnungsvoll stimmen Ableger es Azorenhochs, die sich ab der ersten Juliwoche wohl immer mal wieder ins Geschehen einmischen. An ihrer Westseite können wir mit südlichen Winden auf ein paar sonnigwarme bis (schwül-) heiße Julitage hoffen, die von Gewitterfronten aus Westen rasch wieder vertrieben werden. Nach dem Klimamodell des amerikanischen Wetterdienstes NOAA soll es mit dem Hochsommer im August ähnlich weitergehen. Das würde immer noch einzelne, aber nicht überdurchschnittlich viele heiße Tage bedeutet.

Insgesamt sieht es nach einem recht schönen, zeitweise aber auch turbulenten Hochsommer aus. Durch das wiederholte Ringen schwülheißer Mittelmeer- und kühler Altantikluft über Mitteleuropa besteht die Neigung zu Schaukeltemperaturen sowie kräftigen Gewittergüssen mit Unwetterpotenzial. Vor längeren Hitzewellen werden wir wohl verschont bleiben. Sonnenanbeter und Badefreunde dürften trotzdem auf ihre Kosten kommen.

Von Reinhard Zakrzewski

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