Stadt hofft bei Nachnutzung auf Gastronomie

„Kaum Laufkundschaft“: Buchhandlung Becker in Wittingen schließt

+
Nach knapp sechs Jahren ist Schluss: Am Wittinger Marktplatz gibt es ab morgen keine Buchhandlung mehr – das Fachgeschäft Becker gibt auf. 

Wittingen. Die Wittinger Buchhandlung Becker schließt am morgigen Sonnabend ihre Türen – für immer. Die Altstadt verliert damit ein wichtiges Fachgeschäft.

Fragt man Inhaberin Helena Becker nach den Gründen für ihren Schritt, dann muss sie nicht lange über eine Antwort nachdenken: „Es kommt kaum Laufkundschaft. “.

Für ihre Stammkunden, so Becker, sei sie „sehr dankbar“. Doch die allein reichten halt nicht für einen lohnenswerten Betrieb des Geschäftes: „Es macht keinen Sinn mehr. Das Internet, die Geschäfte außerhalb – das alles zusammen ist eine Macht.“ Anfang 2013 hatte Becker das Vorgängergeschäft, Burmeisters Buch- und Papierhandlung, übernommen. Für sie und ihre zwei Mitarbeiterinnen sei die Frage der künftigen beruflichen Perspektive nun noch offen. Der Schritt, das Geschäft zu schließen, sei ihr „nicht leichtgefallen“.

Ab morgen ist zu, bis Jahresende muss Becker ihren Bücherladen abwickeln. Ein Geschäft, das ihr Sortiment („Lesen-Schreiben-Schenken“ heißt es im Firmennamen) übernimmt, gibt es nicht. Sie will verbleibende Waren spenden, an Schulen und Kindergärten, die Bücherei, auch an den DRK-Treffpunkt Henri.

Als letzten Winter das Geschäft Pretty Shoes seine Schließung angekündigt hatte, gab es einen politischen Vorstoß für Rettungsversuche. Becker sagt nun, mit Politik und Verwaltung habe sie keinen Kontakt gehabt.

Matthias Rönneberg, Ortsbürgermeister und zweiter Vorsitzender des HGV, sagt, es sei schade, dass das Buchgeschäft zumacht. Er ist involviert in Gespräche, in denen es um eine Nachnutzung des Geschäfts geht: „Das ist eine 1a-Lage, das müssen wir wieder besetzen.“ Rönneberg verweist auf die neu geschaffenen Fördermöglichkeiten der Stadt für örtliche Unternehmen.

Der Ortsbürgermeister kann sich an dem Standort – zentral gelegen, mit Blick auf den Marktplatz – Gastronomie vorstellen. Klar ist: Dafür wären einige Investitionen nötig. Erste Gespräche in Richtung gastronomische Nutzung hat es gegeben, wie auch Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse sagt. Das habe sich jedoch „erst einmal zerschlagen“. Rönneberg meint: „Ich gebe da noch nicht auf.“

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare