Händler und Pendler

Kaufkraft in Wittingen gestiegen: Aber viele shoppen online oder außerorts

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Heimat shoppen in Wittingen: Die Kaufkraft in der Brauereistadt ist gestiegen, doch neben treuen Kunden muss sich der Einzelhandel auch hier mit der Online-Konkurrenz beschäftigen.

Wittingen – Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe in Wittingen ist seit 2011 um 11 Prozent zurückgegangen, die Verkaufsfläche sogar um 20 Prozent geschrumpft.

Das bedeutet weniger Gesamtumsatz, und das hat natürlich auch das leidlich bekannte Problem der Leerstände mit sich gebracht. „Man sieht einen leichten Bedeutungsrückgang des Einzelhandels“, interpretierte Fabian Schwartze am Montagabend im Rathaus die vorliegenden Daten.

Der Experte des Büros Stadt + Handel war zu Gast im Wirtschaftsausschuss, um den Stadtpolitikern die Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes zu erläutern. Das wurde 2008 zum ersten Mal aufgestellt und wird gerade neu geschrieben. Für Politik und Verwaltung gilt das Papier als „Grundlage für die aktive Gestaltung des Strukturwandels im Einzelhandel“, wie es in der Sitzung hieß. Ziele sind eine Stärkung des gesamten Standorts – und des Zentrums im besonderen – sowie eine „Erarbeitung von Alleinstellungsmerkmalen“. Letztere werden noch gesucht.

Das Konzept beinhaltet auch Prognosen für den Zeitraum bis 2021: Der Online-Handel wird weitere Kaufkraft absaugen, Filialisten wollen größere Verkaufsflächen haben, die Einwohnerzahl wird steigen und dabei auch die Zahl der Senioren.

In den Boom-Jahren des letzten Jahrzehnts ist auch in Wittingen die Kaufkraft gestiegen, um 13 Prozent. Gleichzeitig hat Stadt + Handel aber auch viel Abfluss von Kaufkraft in umliegende Zentren registriert, Pendler lassen ihr Geld zum Teil gleich in Gifhorn oder Wolfsburg. Oder auch außerhalb der Altstadt: Man müsse die Innenstadt vielleicht ganz neu denken, meinte Bürgervertreter Uwe Peesel, viel Kaufkraft fließe schließlich „in das EKZ und in die Celler Straße“.

Ein paar Stellschrauben hat die Politik schon identifiziert, so könnte es künftig um Zusammenlegung von Verkaufsflächen in der Altstadt gehen, um größere Einheiten zu schaffen. Da müssen freilich die Eigentümer mitspielen. Auch eine Verdichtung des Angebots auf den Kernbereich Lange Straße/Marktplatz wird diskutiert. Das Einzelhandelsentwicklungskonzept soll demnächst in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt werden.

VON HOLGER BODEN

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