Schrotkugeln im Fell

Kater bei Küstorf angeschossen – Besitzer suchen den Verantwortlichen

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Bei Küstorf wurde ein Kater angeschossen – nun suchen die Besitzer den Schützen. 

Küstorf – Ein Kater ist bei Küstorf mit Schrotkugeln angeschossen worden. Das Besitzerpaar hat Anzeige erstattet und lobt für zielführende sachdienliche Hinweise eine Belohnung von 1.000 Euro aus.

Ihre Namen wollen der Mann und die Frau ebensowenig in der Zeitung sehen wie den ihres Katers, geschweige denn Fotos von sich und dem Tier – sie fürchten, dass es dann erneut zur Zielscheibe werden könnte.

Die Besitzer des zweijährigen Katers meinen sogar, aus der Feldmark hinter ihrem Grundstück den Schuss gehört zu haben, der ihr Tier getroffen hat. Der Kater gehe dort immer „mausen“. Donnerstag letzter Woche sei das gewesen. „Wir haben noch geflachst: Jetzt wird hoffentlich nicht auf unseren Kater geschossen“, sagt die Frau.

Am Freitag war der Kater dann wieder da – dass ihm im Gesicht, in der Flanke, am Rücken Schrotkugeln im Fell steckten, das bemerkte das Paar nach eigenen Angaben erst am Samstag. Am Sonntag fuhren sie dann zum Notdienst-Tierarzt. Der konnte einige Kugeln entfernen, aber nicht alle. Jetzt bleibt der Kater erst einmal im Haus. Sie haben Angst, dass wieder geschossen werden könnte. Dass sie sich nun an die Öffentlichkeit wenden, geschehe „auch im Interesse aller anderen Tierbesitzer“, meint die Frau.

Laut Polizeisprecher Thomas Reuter werden immer mal wieder solche Fälle im Landkreis registriert. Tierquäler oder -hasser würden allerdings in der Regel ein Luftgewehr verwenden – der Einsatz von Schrotkugeln deute eher auf einen Jäger als Schützen hin. Und dieser habe sein Ziel, den Kater zu töten, zwar offenkundig nicht erreicht, aber möglicherweise legitim gehandelt – denn Jäger dürfen auf freilaufende Katzen oder Hunde schießen, wenn diese sich weiter als 300 Meter entfernt von befriedetem Besitz aufhalten.

Das dürfte den wenigsten Tierbesitzern bewusst sein. Natürlich seien gerade Katzen für ihre Besitzer in dieser Hinsicht schwer zu kontrollieren, weiß Reuter, der selbst Jäger ist. Das Jagdrecht räume Jägern aber die Möglichkeit ein, in der freien Wildbahn auf die Tiere zu schießen, weil sie als Beutegreifer gelten und damit als Gefahr für Bodenbrüter, Kaninchen oder Jungtiere anderer Arten.

Die beiden Kater-Besitzer hoffen derweil auf Hinweise zu dem Fall an die Polizei Wittingen, (0 58 31) 25 28 80.

VON HOLGER BODEN

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