Feldtag in Darrigsdorf: Witterung dieses Jahr ungünstig / Preise „nicht niedrig“

Kartoffelernte eher bescheiden

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Rund 180 Landwirte aus einem großen Umkreis kamen zum Kartoffelfeldtag zwischen Darrigsdorf und Wollerstorf.

Darrigsdorf. Denkbar schlechte Witterungsbedingungen für den Kartoffelanbau liegen hinter den Landwirten im Isenhagener Land.

Und damit seien die Ernteaussichten nicht besonders gut, hieß es auf dem Kartoffelfeldtag zwischen Darrigsdorf und Wollerstorf, den rund 180 Landwirte aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt besuchten. Sie waren auf Einladung der Nordring Kartoffelzucht und -vermehrung (Norika) gekommen, um sich über die aktuelle Marktsituation wie auch über neue und bewährte Kartoffelsorten zu informieren.

Der strenge und lange Winter sorgte in diesem Jahr dafür, dass mit der Pflanzung erst extrem spät begonnen werden konnte. Die Natur hatte kaum eine Chance, diese Verspätung aufzuholen, zumal der Mai nass und kühl ausfiel. Und dann kamen Hitze und Trockenheit ...

Trotz allem, so der Darrigsdorfer Norika-Regionalexperte Ludwig Meyer, rechne man für die 242 000 Hektar Kartoffelanbaufläche in Deutschland mit einem durchschnittlichen Ertrag von 40 Tonnen pro Hektar. Ängste vor explodierenden Kartoffelpreisen seien also nicht angebracht. „Die Preise werden nicht niedrig sein, aber auch nicht in den Himmel wachsen“, sagte Meyer.

Auf dem Darrigsdorfer Versuchsfeld wurden den Besuchern des Kartoffelfeldtages 38 Sorten, darunter fünf neu zugelassene, gezeigt. Dazu gab es alle relevanten Informationen zu Düngung, Bodenbearbeitung, Beregnung, Pflanzenschutz und vielem mehr.

Mit einem Wandbild hatten die Veranstalter den langen Weg anschaulich gemacht, den eine Neuzüchtung zu gehen hat. Nach der Kreuzung, dem ersten züchterischen Schritt auf dem Weg zu einer neuen Sorte, vergehen mindestens zehn Jahre bis zu ihrer Zulassung durch das Bundessortenamt.

Schon die davor liegende Auswahl der „Elternpaare“ verlangt wissenschaftliche Arbeit auf hohem Niveau. Anhand genetischer „Marker“, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die Vererbung der gewünschten Eigenschaften signalisieren, werden die zu verwendenden „Partner“ identifiziert, ohne das Erbgut dabei zu verändern. Dabei finde, so hieß es, keine Genmanipulation statt.

Mit Neuzüchtungen bemüht sich die Branche, speziellen Anforderungen der Verbraucher gerecht zu werden. Bei Speisekartoffeln wird besonderer Wert auf eine gelbe Fleischfarbe und Wohlgeschmack gelegt. Sorten für die Herstellung von Chips sollen einen mittleren Stärkegehalt aufweisen und dürfen bei der Lagerung nicht zur Verzuckerung neigen.

Von Günter Zogbaum

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