Stader Pastor will Superintendent des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen werden / Einziger Bewerber

Der Kandidat heißt Christian Berndt

+
Christian Berndt

Wittingen/Wolfsburg. Der Nachname des nächsten Superintendenten des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen könnte für Viele im Nordkreis etwas Vertrautes haben.

Wenn die Delegierten des Kirchenkreistages am 27. Februar nach mehr als neun Monaten Vakanz einen Nachfolger für Dr. Hanna Löhmannsröben küren, dann steht mit dem Stader Pastor Christian Berndt nur ein Kandidat zur Wahl. Nach Angaben des Kirchenkreistags-Vorsitzenden Hartmut Keitel ist der Bewerber aber nicht mit Martin Berndt verwandt, der bis 2013 Superintendent in Wittingen war.

Bis vor Kurzem war man noch von zwei Kandidaten für das höchste kirchliche Amt im Kirchenkreis ausgegangen, doch laut Keitel hat ein Kandidat seine Bewerbung inzwischen zurückgezogen. Keitel sieht das als Spiegelbild einer landesweiten Situation auf Kirchenebene: Geeignete Bewerber für Leitungspositionen seien schwer zu finden. Insbesondere in Wolfsburg warte zudem eine sehr anspruchsvolle Aufgabe mit viel Verantwortung – der Kirchenkreis betreibt viele Einrichtungen, zudem gilt es, kirchlichen Strukturen auf dem Land ebenso wie in der Großstadt gerecht zu werden.

Neue Bewerber können nicht mehr ins Spiel kommen, die Frist dafür ist abgelaufen. Keitel zufolge ist es aber durchaus möglich, dem Kirchenkreistag nur einen Kandidaten vorzuschlagen. Der wird dann gewählt oder abgelehnt.

Der Bewerber Christian Berndt, Jahrgang 1967, hat in Münster und Göttingen Theologie studiert. 1998 trat er seine Pfarrstelle an der Markus-Kirchengemeinde in Stade an. Seit August 2016 ist er zudem Beauftragter für die Notfallseelsorge im Sprengel Stade.

Während seines Studiums verbrachte Berndt zwei Jahre in Texas und absolvierte dort eine klinische Seelsorgeausbildung. Der Geistliche ist zudem ausgebildeter Berater für die Konfirmandenarbeit und Supervisor für Psychodrama (DGfP). Leitungserfahrung sammelte er unter anderem als Vorsitzender des aus fünf Kirchengemeinden bestehenden Gesamtverbandes Stade sowie seit 2016 als Mitglied der Landessynode.

„Es ist mein Ziel, Gelingendes zu bewahren und zu feiern, Schwerpunkte zu setzen, Belastendes – wenn möglich – aufzugeben oder neu zu denken und anzugehen sowie Neues zu wagen“, skizziert Berndt seine Herangehensweise. Am Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen reizen ihn besonders die Vielfalt der Aufgaben in einer Großstadt, die unterschiedlich profilierten Kirchengemeinden und die Betonung des Ehrenamtes. Berndt ist mit einer Musikpädagogin und Kirchenmusikerin verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. In seiner Freizeit betreibt er Kraft- und Ausdauersport, segelt gern, fährt Ski und ist Skilehrer.

Am Sonntag, 11. Februar, um 15 Uhr hält Christian Berndt in der Wolfsburger Christuskirche seine Aufstellungspredigt. Der Wahltermin am 27. Februar beginnt um 18 Uhr im Luthersaal der Wolfsburger Stadtkirchengemeinde. Für den nicht unwahrscheinlichen Fall eines positiven Votums gibt es auch schon einen Termin für Berndts Amtseinführung: Die findet voraussichtlich am 12. August um 14 Uhr in der Christuskirche statt.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare