Kampf gegen die Sprachlosigkeit

Vorsicht, Ansteckungsgefahr: Stephan M. Rother verbreitet mit seinem neuen Thriller wieder den Spannungs-Virus.

Wittingen/Bad Bodenteich - Von Holger Boden. Das Cover ist dieses Mal wesentlich düsterer. Denn auf dem Spiel steht nichts Geringeres als das Überleben der Menschheit – die sich der Wiederkehr einer biblischen Katastrophe gegenübersieht. „Das Babylon-Virus“ droht, einen ganzen Planeten sprachlos zu machen.

„Das Babylon-Virus“, das ist der neueste Streich von Stephan M. Rother. Der aus Wittingen stammende Autor hat sein jüngstes Werk, das in diesen Tagen in die Buchläden kommt, als Sequel zu „Die Letzte Offenbarung“ entworfen. Der im letzten Herbst erschienene Thriller um brisante Entdeckungen, die an den Grundfesten der katholischen Kirche rütteln, hat dem Wahl-Bodenteicher mittlerweile einen schönen Erfolg beschert: Im August lag das Buch zwischenzeitlich auf Platz 1 der Taschenbuch-Bestsellerliste des Bertelsmann-Buchclubs.

Rother setzt weiter auf einen Mix aus Action, sprachlichem Witz und historischem Hintergrund und lässt einmal mehr dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit lebendig werden, die die Gegenwart auf den Kopf zu stellen drohen.

Und er macht munter da weiter, wo er mit seinem letzten Thriller aufgehört hat: „Amadeo Fanelli rannte um sein Leben“ – der erste Satz im neuen Buch. Rother kommt also gleich zur Sache, denn es gibt auf 576 Seiten viel zu erzählen. Fanelli, Held der „Letzten Offenbarung“, bekommt einen geheimnisvollen Brief von seinem alten Mentor Professor Helmbrecht, dazu auch ein Schriftstück über den Turmbau zu Babel. Offenbar, so Fanelli, war eine Seuche schuld an der babylonischen Sprachverwirrung – und offenbar scheint Helmbrecht bereits befallen zu sein.

Fast schon zu spät wird dem Bücher-Restaurator klar, dass das Schicksal der Welt auf dem Spiel steht – und dass er derjenige ist, der das Gegenmittel finden muss. Diese Suche, die ein uralter Feind verhindern will, bringt ihn an Schauplätze wie Rom, London und Potsdam, und die Spur führt – neben einigen falschen Fährten – schließlich zu einem der aktuellen Brandherde im mittleren Osten.

Am „Babylon-Virus“, das rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse fertig war, hat der 41-Jährige rund fünf Monate gearbeitet. Sein Verlag Blanvalet führt den Thriller als einen der Spitzentitel im Herbstprogramm. Seine Recherche führte ihn unter anderem zu Medizinern in der Region und ins Panzermuseum Munster.

Rother, in historischen Dingen ebenso bewandert wie in der Popkultur des späten 20. Jahrhunderts verwurzelt, bezeichnet das neue Werk als „mein Black-Celebration-Album“. Das war das düstere 86er Opus der Elektro-Popper Depeche Mode – und der Fan Rother sieht auch in seinem Thriller eine „schwarze Leinwand mit bunten Farbspritzern“.

So darf der Leser gespannt sein, welche Rolle Händel, Einstein und Alexander der Große bei Fanellis Weltenrettungs-Mission spielen. Ach ja, und auch Gianna Nannini. Rother hat es schließlich auch schon in seinen Dorian-Grave-Bänden bewiesen: Seine überraschenden Ideen machen den Leser mitunter – sprachlos.

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