Bei Jubiläumsfeier am 25. August wird neues Ortswappen präsentiert

Kakerbeck wird 775

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Kakerbecks Ortsvorsteher Christian Hinze-Riechers am Gedenkstein auf dem Dorfplatz, der an das Dorfjubiläum vor 25 Jahren erinnert.

Kakerbeck. Es ist ja so eine Sache mit diesen Dorfjubiläen: Man muss nehmen, was man hat, und das ist in diesem Fall die Stiftungsurkunde des Isenhagener Zisterzienserklosters von 1243.

Darin ist Kakerbeck – neben diversen anderen Orten – als „Kokerbeke cum molendino“ erwähnt. Es ist das älteste schriftliche Zeugnis des Dorfes, und deshalb feiert Kakerbeck dieses Jahr sein 775-jähriges Bestehen.

Natürlich dürfte der Ort schon deutlich älter sein: So findet sich auch in den „Gemeindebeschreibungen für den Landkreis Gifhorn“ aus dem Jahr 1975 (bearbeitet von Dr. Edeltraut Hundertmark) der Hinweis, dass die Entstehung der -beke-Siedlungen zwischen 500 bis 800 n. Chr. verortet wird – es ist nur halt kein Dokument aus jener Zeit überliefert, das das bestätigen würde.

775 Jahre also – und die Jubiläumsfeier soll am Sonnabend, 25. August, steigen. „Das Highlight wird die Präsentation unseres Ortswappens“, verrät Ortsvorsteher Christian Hinze-Riechers. Das Wappen wurde von einer Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit einem Heraldiker entwickelt. Was es zeigt, das bleibt bis zum 25. August noch geheim.

Die Musik kommt dann von den Original Fulauer Blasmusikanten. Die Froschkapelle, die noch bei der 750-Jahr-Feier spielte, gibt es inzwischen nicht mehr. Denn trotz aller Beständigkeit, die man dem Dorfleben immer gern zuschreibt: Ein paar Dinge ändern sich dann doch.

Kakerbecks Geschichte beginnt offiziell im Jahr 1243.

Und in Kakerbeck ist es nun nicht so, dass immer nur Dinge wegbrechen oder einschlafen. In den letzten 25 Jahren ist die Hofmolkerei Banse entstanden, die mit ihren Hoffesten schon viele Besucher ins Dorf geholt hat. Neu sind auch die Biogasanlage und die kleine Bibliothek in der Bushaltestelle, und das vor einem Vierteljahrhundert noch junge Kinderheim hat sich – inzwischen an neuem Standort – etabliert. „Den Umzug hat die Dorfgemeinschaft gern unterstützt“, sagt Hinze-Riechers.

Eckpfeiler des Kakerbecker Jahreskalenders sind das Froschkönigschießen an Pfingsten und das Adventsblasen. Verbindende Elemente sind der Fischverein, die Realgemeinde, der Frauen-Kegelverein bzw. Stammtisch und die Jagdgenossenschaft. Und natürlich sind auch die Landfrauen in Kakerbeck vertreten. Zu all dem packen die Bewohner auch gern mal gemeinsam an. „Der Dorfputz zum Beispiel funktioniert gut“, sagt der Ortsvorsteher, „und da machen auch Flüchtlinge mit.“

Bei rund 80 ständigen Einwohnern und 20 Kindern im Kinderheim hat Kakerbeck mit rund 40 Geflüchteten im ehemaligen Kinderheim eine vergleichsweise große Zahl an Neubürgern aufgenommen. Das bereite keine Probleme, sagt Hinze-Riechers, der aber auch bedauert, dass Integrationsbemühungen auf eine recht hohe Fluktuation treffen: „Wer anerkannt wird, muss wieder ausziehen. Das Aufbauen von Beziehungen zu den Menschen ist deshalb schwierig.“

Eine Festschrift wie vor 25 Jahren ist diesmal nicht geplant, dafür aber ein Fotobuch mit allen Häusern und einer kurzen Historie der Gebäude. Auch dieses Buch wird am 25. August vorgestellt.

Von Holger Boden

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