Reduzierte Geschwindigkeit soll Zahl der Wildunfälle weiter senken

K 29: Jetzt kommt Tempo 70

Die Warnschilder sind schon jetzt auffällig – das hilft aber nur begrenzt.
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Die Warnschilder sind schon jetzt auffällig – das hilft aber nur begrenzt.

Knesebeck/Transvaal – Für zahlreiche Pendler aus dem Nordkreis ist es DIE Strecke nach Wolfsburg – doch die K 29 ist auch für viele Wildunfälle bekannt. Nun wird die Kreisstraße in einem Abschnitt zwischen Knesebeck und Transvaal entschleunigt.

Der Landkreis Gifhorn will dort in beiden Fahrtrichtungen versuchsweise Tempo 70 anordnen.

Diese Entscheidung geht auf ein Votum der Wildunfallkommission zurück, die unter Federführung des Landkreises tagt. Der Grund sind die seit Jahren registrierten Häufungen von Wildunfällen in dem Bereich – auch wenn die Zahl in den letzten beiden Jahren sogar rückläufig ist. 2017 gab es dort laut Winfried Enderle, Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Gifhorn, 38 Wildunfälle. 2018 wurden 22 gezählt, 2019 „nur“ noch 19.

Das ist den Verantwortlichen immer noch eine zu hohe Quote. Schon seit vielen Jahren liegt ein besonderes Augenmerk auf der K 29, mit einem Bündel an Maßnahmen soll die Zahl der Wildunfälle nachhaltig reduziert werden. Zum Beispiel weisen große Wildwarnschilder auf weißen Trägertafeln deutlicher als üblich auf die Gefahr hin. Geschwindigkeitskontrollen, Flyer und rote Holzdreibeine an den Unfallstellen haben, so die Einschätzung der Kreisverwaltung, „keinen nachhaltigen Erfolg bewirkt“. 2011 waren sogar LED-Warnanlagen aufgestellt worden, um Autofahrer zu sensibilisieren. Geschwindigkeitsmessungen hätten jedoch gezeigt, dass das keine Veränderung im Verkehrsverhalten bewirkt habe.

„Weil die Wildunfallwahrscheinlichkeit mit höherer Geschwindigkeit steigt und die bisherigen Maßnahmen nicht die gewünschte Wirkung gezeigt haben, soll die zulässige Höchstgeschwindigkeit zwischen Knesebeck und Transvaal versuchsweise auf 70 km/h reduziert werden“, fasst Landrat Dr. Andreas Ebel zusammen. Die Entwicklung der Wildunfallzahlen wolle man genau beobachten und die Wirksamkeit der Maßnahme damit evaluieren. Die Schilder sollen Anfang Februar aufgestellt werden. Der Tempo-70-Bereich reicht dann etwa von der Einmündung des Wirtschaftsweges aus Richtung Vorhop bei Knesebeck (Kilometer 14,5) bis nach Transvaal.

Enderle bestätigt derweil Berichte, wonach die Zahl der Wildunfälle im gesamten Gifhorner Kreisgebiet im letzten Jahr stark angestiegen ist – von 1357 (2018) auf 1576 (Stand 23. Dezember 2019). Das ist eine Erhöhung um 16,6 Prozent.

Als eine der Hauptursachen gilt zu hohe Geschwindigkeit. Enderle mahnt insbesondere auf wildreichen Strecken zu besonnener Fahrweise – nicht nur, aber vor allem auch in Dämmerungszeiten, wenn die Tiere besonders aktiv sind. „Man sollte“, so der Verkehrsexperte, „in solchen Fällen maximal 70 fahren, damit man überhaupt noch reagieren kann.“

VON HOLGER BODEN

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