„Die Welt ein Schlückchen besser“

Jungunternehmer aus Wittingen und Sprakensehl gründen Firma in Berlin

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Gründeten in Berlin das Getränkeunternehmen KarmaTea: Sven Bock (v.l.) aus Wittingen, Aron Murru aus Sprakensehl und Leon Franken. Sie suchen Unterstützung, um weiter fair und ökologisch zu produzieren.

Wittingen – Plastikmüll als Umweltproblem ist derzeit in aller Munde – ein junges Trio aus dem Isenhagener Land will sich dem jetzt mit einer neuen Geschäftsidee entgegenstemmen und ein nachhaltiges, gesundes und sogar allgemeinnützliches Getränk anbieten.

Sie haben dafür in Berlin ein Start-up-Unternehmen gegründet.

Einer der Gründer von „KarmaTea“ ist der Wittinger Sven Bock. Zusammen mit Aron Murru aus Sprakensehl, der die Ursprungs-Idee für den Tee hatte, und Leon Franken aus Köln hat er das Getränkeunternehmen im Juni 2018 gegründet. „Die Grundidee ist einfach: Wir wollen die Welt ein Schlückchen besser machen“, lacht Bock. „Mit einer Erfrischung, die gut für Umwelt, Körper und Gesellschaft ist.“ Ganz so einfach war das dann aber doch nicht. Nicht nur mussten Rezeptur und Produktion ausgetüftelt werden und in Gang kommen, auch gab es Probleme mit dem ursprünglich gewählten Namen. „Das war ein wilder Ritt“, sagt der 30-Jährige.

Seine Kollegen kennt er aus der alten Heimat und der neuen Wahlheimat Berlin. Bock, der seit seiner Geburt in Argentinien schwerbehindert ist, arbeitet dort gerade an seinem Doktortitel in Wirtschaftspsychologie. Als erfahrener Gründer – er ist auch auf dem Software-Markt aktiv – ist er aber für die Finanzen zuständig.

Der 28-jährige Murru konnte ihn von dem Projekt nicht nur wegen dessen ökologischen Ambitionen überzeugen. „Obwohl die überwiegen“, sagt Bock. Ihr Getränk stellen die Unternehmer nur aus Bio-Fair-Trade-Rohstoffen her. „Kein Zucker, keine Konservierungs- oder Zusatzstoffe“, sagt Bock stolz. „nur Hibiskus, Minze, Rooibos und Mate als Energieschub.“ Vertrieben wird KarmaTea in Mehrwegflaschen – CO2-neutral mit dem Fahrrad. Die Flaschen werden in Handarbeit von den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (BWB) hergestellt. Bock ist es wichtig, benachteiligten Menschen die Chance einer Ausbildung zu geben. Und die soll noch ausgebaut werden.

„Wir wollen einen ‘KarmaGarten’ anlegen“, erklärt Bock. In einer Crowdfunding-Kampagne sammelt KarmaTea derzeit Mittel für das Anlegen einer Kreislaufwirtschaft – auch in Kooperation mit der BWB. „Das Ziel lautet Zero Waste“, sagt Bock. Durch Kompostierung und Bewässerungssystem sollen Reststoffe und Kühlwasser genutzt werden, um neue Kräuter anzubauen. „Schon kurz nach Kampagnen-Start haben wir viel Zuspruch erhalten“, freut sich Bock. Das Projekt läuft noch bis Ende Oktober und kann unter https://www.startnext.com/karmatea eingesehen werden.

Sollten die Erwartungen übertroffen werden, würde das Team sich an die Entwicklung einer weiteren Geschmacksrichtung machen.

VON DENNIS TESCH

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