Stadt Wittingen prüft Möglichkeiten für neuen Standort / Zusatz-Personal ab Herbst gesucht

Jugendtreff braucht mehr Platz

Im Wittinger Jugendtreff an der Bahnhofstraße wird es zu eng – die Verwaltung arbeitet an einer neuen Option. Foto: Archiv
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Im Wittinger Jugendtreff an der Bahnhofstraße wird es zu eng – die Verwaltung arbeitet an einer neuen Option.
  • Holger Boden
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Wittingen/Knesebeck. Die Jugendarbeit der Stadt Wittingen läuft gut, die Ferienaktionen der Jugendförderung sind seit Jahren stets ausgebucht – das erfuhren jetzt die Mitglieder des Kinder- und Jugendausschusses bei einer Bereisung der beiden Jugendtreffs in Wittingen und Knesebeck.

Dabei bekamen sie aber auch einige Wünsche und Anliegen des Teams um Helene Rausch sowie der Jugendlichen selbst mit auf den Weg.

Das geht so weit, dass in Wittingen offenbar die Suche nach einem neuen Standort für den Treff auf die Agenda rückt. „Wir sind angewiesen auf adäquate Räume und Außenanlagen“, fasste Rausch zusammen, nachdem sie dem Ausschuss den gesetzlichen Auftrag und die umfangreiche Arbeit der Jugendförderung erläutert hatte. Die Förderung von gesellschaftlicher Mitarbeit, Teamfähigkeit und Selbstbewusstsein gehört ebenso dazu wie Drogenprävention. „Und wir arbeiten auch interventiv, wenn wir wissen, dass die Jugendlichen konsumieren“, ergänzte die Leiterin der Jugendförderung. Gerade in dieser Hinsicht, aber auch bei anderen Themen gebe es einen engen Schulterschluss mit Polizei, Vereinen und Institutionen wie dem Jugendamt.

Stadtbürgermeister Karl Ridder sagte dem Ausschuss, es gebe mit Blick auf die Unterbringung der Jugendförderung „schon Überlegungen für Verbesserungen“. Dem IK erläuterte Ridder gestern, man befasse sich mit dem möglichen Erwerb einer geeigneten Immobilie, um in Sachen Platz neue Spielräume zu bekommen – für die Jugendförderung, aber auch für diverse andere Nutzungen. Gedacht werde dabei unter anderem an die diversen externen Service- und Beratungsstellen, die zurzeit im Rathaus Termine anbieten. Dort werde es aber zunehmend eng.

Der Verwaltungsausschuss, so Ridder, habe die Überlegungen wohlwollend zur Kenntnis genommen. Zunächst sei vorgesehen, dass ein Fachmann die Immobilie auf Nutzungsmöglichkeiten der Stadt hin untersucht. Für die dabei anfallenden Planungskosten solle eine 75-prozentige Förderung aus dem Leader-Topf fließen.

Auf der Wunschliste der Jugendförderung stehen zudem unter anderem Ergänzungen bei der Medienausstattung und ein Mischpult für Events. Ein Thema könnte auch der Kleinbus werden, der laut Rausch „Rost ansetzt“.

Zusätzliche Mitarbeiter für die laufende Arbeit forderte Rausch nicht ein, sie verwies aber darauf, dass die aktuelle Personaldecke nicht luxuriös sei. Gebe es parallel zum Urlaub einer Kollegin einen Krankheitsfall, dann müsse ein Treff geschlossen bleiben: „Das tut natürlich weh.“

Weiteres Personal dürfte allerdings ein Thema werden, wenn die Jugendförderung wie von der Stadtpolitik geplant in die Ferien- oder Randstundenbetreuung von Schülern einbezogen wird – ein Vorhaben, das der Kinder- und Jugendausschuss nur am Rande behandelte. „Ich habe den Auftrag, mich um eine Betreuung für die Herbstferien zu kümmern“, sagte Rausch. „Da sind wir dran.“ Gleichzeitig betonte sie: „Unser Pflichtprogramm darf nicht darunter leiden.“

Allerdings: „Der Arbeitsmarkt ist sehr, sehr leer“, wie die Leiterin der Jugendförderung selbst einräumte. Darüber hinaus würden auch Räumlichkeiten für die Ferienbetreuung benötigt. Ausschussmitglied Christian Hinze-Riechers (CDU) verwies auf den politischen Beschluss, wonach zusätzliches Geld bereitsgestellt werden solle, um die Jugendförderung personell und materiell für das erweiterte Aufgabenfeld zu rüsten. Entsprechende Ausschreibungen seien nun auf den Weg zu bringen.

Von Holger Boden

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