Matthias Schiefer geht nach Cuxhaven / Arbeit wird zunächst ehrenamtlich weitergeführt

Jugenddiakon verlässt Wittingen

Der Vorstand des Kirchenkreisjugendkonvents: Wiebke Heerdes (v.l.), Luisa Bührke, Lisa-Marie Fricke. Foto: privat

Wittingen. Bei der Kirche ist es üblich, dass man sich auch in unerfreulichen Situationen relativ gelassen gibt. Wittingen macht da derzeit keine Ausnahme – doch dass der Kirchenkreisjugenddiakon Matthias Schiefer den Kirchenkreis zum 1.

September verlässt, darf durchaus als herber Verlust bezeichnet werden.

Die Jugendarbeit im Kirchenkreis hat in den letzten Jahren einen sichtbaren Aufschwung erlebt. Das lag nicht nur, aber auch an Schiefer. Im Januar 2009 nach Wittingen gekommen, brachte der Sozial- und Religionspädagoge frische Ideen mit und bescherte der jungen Kirche mehr Präsenz: Als Werbeaktion für den Kirchentag rollte ein Bulli durch die Stadt, Jugendliche fuhren mit dem Boot zum Kirchentag in Bremen, die Kirchenkreisjugend besuchte Schulen, und zum Reformationstag lief sogar einmal ein „Luther“ durch Wittingen. Freizeiten in Ländern wie Irland oder Norwegen und der von Schiefer initiierte „Konfi-Cup“ bewiesen, dass sich Glaube und Spaß nicht ausschließen.

Nun folgt der 46-Jährige einem Ruf nach Cuxhaven, wo man ihm eine unbefristete Stelle als Jugenddiakon angeboten hat. Das konnte Schiefer kaum ausschlagen, denn die Stelle in Wittingen ist befristet bis zum 31. Dezember 2012. Dann kommt die Fusion mit dem Kirchenkreis Wolfsburg, und die lässt offenbar keinen Spielraum für eine Vertragsverlängerung. Ein entsprechender Vorstoß des Kirchenkreisjugendkonvents und des Jugendausschusses des Kirchenkreistages war zwischenzeitlich gescheitert, wie Kirchenkreisjugendpastorin Meike Drude berichtet.

Im fusionierten Kirchenkreis wird es nach ihren Angaben insgesamt eineinhalb Jugenddiakon-Stellen geben, aus denen Wittingen mitversorgt wird. Bis Ende 2012 wird es allerdings keine Zwischenlösung in Form einer befristeten Stelle geben. Im Herbst nächsten Jahres soll voraussichtlich die Mitversorgung aus Wolfsburg einsetzen.

Bis dahin wird der Jugenddienst ehrenamtlich geführt. Von Drude, die das Amt der Jugendpastorin neben ihren eigentlichen Aufgaben wahrnimmt, und vom dreiköpfigen Vorstand des Kirchenkreisjugendkonvents.

Drude bedauert Schiefers Weggang, auch wenn sie seine Gründe natürlich verstehen kann: „Schade, denn es ist etwas in Gang gekommen.“ Nun hoffen alle Beteiligten, dass das Momentum der letzten zwei bis drei Jahre die Kirchenjugend durch die Vakanz der nächsten Monate trägt. „Es wird sicher Abspecken bedeuten, aber es geht nicht anders“, sagt Drude, die zusätzliche Präsenz im Kirchenkreisjugendbüro in der Spittastraße zeigen will. Heerdes und ihre Mitstreiter planen, in Eigenregie unter anderem eine Kinderfreizeit und eine Fahrt zum Landesjugendcamp zu organisieren.

Schiefer wird im Rahmen des 6nach6-Gottesdienstes am 11. September verabschiedet.

Von Holger Boden

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