Polizei ertappt im Kreis Gifhorn immer mehr Autofahrer mit Drogen und Alkohol

Den Joints auf der Spur

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Bereits 106 Drogenfahrten wurden 2011 kreisweit entdeckt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 72.

Landkreis Gifhorn. Mal nehmen sie Haschisch, mal Marihuana, ab und zu auch Speed oder Ecstasy: Immer mehr Autofahrer im Kreis Gifhorn sind unter dem Einfluss von Drogen unterwegs, teilte die Polizei jetzt auf IK-Nachfrage mit.

Im laufenden Jahr ermittelten die Beamten kreisweit schon 106 Verkehrsteilnehmer, die Rauschgift oder Medikamente konsumiert hatten. In sechs Fällen ereigneten sich bei den Fahrten auch Unfälle, die übrigen blieben folgenlos. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es „nur“ 72 Drogenfahrten, von denen vier mit Unfällen endeten.

Polizeisprecher Thomas Reuter macht zwei Faktoren für den Zuwachs bei den entdeckten Drogenfahrten verantwortlich. „Zum einen haben wir die Zahl unserer Kontrollen erhöht. Unsere Beamten werden noch besser aus- und fortgebildet und können dadurch schneller erkennen, ob jemand unter Drogeneinfluss fährt“, erklärt er. Zum anderen habe der Rauschgiftkonsum in der Gesellschaft zugenommen. „Es ist klar der Trend erkennbar, dass die Einnahme so genannter weicher Drogen akzeptiert und auch verharmlost wird“, beklagt Reuter. „Gerade die junge Generation ist da oft sehr sorglos und hat kein Unrechtsbewusstsein.“

Bei ihren Kontrollen achten die Beamten nicht nur auf körperliche Auffälligkeiten der Fahrer wie Veränderungen der Pupillen oder zitternde Hände. Mit Hilfe von Urin-Schnelltests kommen die Ermittler auch direkt vor Ort der Rauschgift-Einnahme auf die Spur, erläutert Reuter. „Was viele nicht wissen: Selbst Tage nach dem Konsum lassen sich Drogen noch im Körper nachweisen“, warnt er.

Auch die Fahrten unter Alkoholeinfluss haben im Kreis Gifhorn zugenommen. Wurden in diesem Jahr schon 312 betrunkene Verkehrsteilnehmer ermittelt, waren es in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres 245. Unrühmlicher Spitzenreiter war ein Radler mit einem Alkoholwert von 3,66 Promille. „Unglaublich, wie man sich so noch auf einem Fahrrad halten kann“, wundert sich Reuter. Jeweils fünf Auto- und fünf Radfahrer seien 2011 mit Werten von über drei Promille gestoppt worden. Auch gestern meldeten die Beamten einen Kontroll-Erfolg: In Vollbüttel wurde gegen 13.30 Uhr ein 57-jähriger Autofahrer aus Rühen mit einem Promillewert von 1,02 ertappt.

Der Hauptgrund für die gestiegene Zahl der Trunkenheitsfahrten sei die höhere Kontrolldichte der Polizei, sagt Reuter. Auch in den nächsten Wochen werden die Verkehrsteilnehmer im Kreisgebiet verstärkt auf Drogen und Alkohol überprüft.

Von Bernd Schossadowski

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