Start in „neue Zeitrechnung“ am Weihnachtstag

Rakete hat Knesebecker Technik an Bord: James-Webb-Teleskop fliegt mit Ariane 5 ins All

Ariane Rakete mit Satellit Chollian-2B am Start.
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Eine „Ariane 5“-Trägerrakete beim Start ins All. An Bord ist stets auch Technik aus dem Unternehmen Butting in Knesebeck.
  • Holger Boden
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Knesebeck/Kourou – „Und sie folgten dem Stern.“ Weihnachten, eine Zeit, die verbunden ist mit Blicken nach oben, im metaphysischen wie auch im eigentlichen Sinn. Für viele ist es gleichzeitig das Fest nostalgischer Erinnerungen, des Blicks zurück. Das alles vereint sich auf bemerkenswerte Art, wenn am 1. Weihnachtstag in Kourou, Französisch-Guayana, die europäische „Ariane 5“ ein neues Teleskop ins All tragen soll. In der Rakete steckt auch Technik aus dem Isenhagener Land.

Das Knesebecker Unternehmen Butting liefert seit mehreren Jahrzehnten auch ein breitgefächertes Spektrum von Komponenten und Bauteilen für die Luft- und Raumfahrtindustrie, zum Beispiel Rohre oder auch Druckgas- und Kraftstoff-Förderleitungen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, bei der es auf hohe Qualitätsstandards ankommt und auf anspruchsvolle Zertifizierungen. Nicht nur in der Ariane befinden sich Bauteile aus Knesebeck, auch in der ISS oder in Airbus-Flugzeugen. Auch bei der neuen, in Entwicklung befindlichen Ariane 6 ist Butting im wahrsten Sinne des Wortes wieder mit an Bord.

Doch die neue Trägerraketen-Generation der ESA soll nach aktuellem Stand frühestens 2022 starten. Am 1. Feiertag, wenn alles klappt, steht in Kourou die Ariane 5 auf der Rampe. Der Start wurde wegen schlechten Wetters mehrfach verschoben, nun soll die Rakete am 25. Dezember zwischen 13.20 und 13.52 abheben. Ihr Ziel: eine Umlaufbahn in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung. Dort soll das „James Webb Space Telescope“ ausgesetzt werden, von dem sich Astronomen „eine neue Zeitrechnung“ versprechen.

Webb soll das 30 Jahre alte Weltraumteleskop Hubble beerben. Seine Aufgabe: in die tiefste Vergangenheit der Welt zu schauen. Die Forscher erhoffen sich einen Blick in die jungen Tage des Weltalls, nicht lange nach dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren. Das Teleskop soll sozusagen Bilder liefern aus der Kinderstube der ältesten Galaxien, von Sternen, die vielleicht schon nicht mehr existieren, während ihr Licht gleichsam als Echo einer fernen Zeit noch immer die unvorstellbaren Entfernungen des Alls durchquert. Manche Wissenschaftler hoffen gar auf Hinweise auf bewohnbare Planeten.

Webb soll, nicht mehr und nicht weniger, den Blick auf das Universum verändern.

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