Wittinger Ortsrat hat zur geplanten Anlage im Siemer-Bad jede Menge Bedenken

Boule-Bahn: „Ist das auf eigene Gefahr?“

15 Meter lang und 4 Meter breit soll die Boule-Bahn werden. Die Skizze des Fördervereins zeigt die ungefähre Lage von Variante A.
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15 Meter lang und vier Meter breit soll die Boule-Bahn werden. Die Skizze des Fördervereins zeigt die ungefähre Lage von Variante A.

Wittingen. Prinzipiell wurde der Antrag des Freibad-Fördervereins ja begrüßt – einstimmig votierte der Wittinger Ortsrat für eine Boule-Bahn im Ernst-Siemer-Bad. Doch die von den Freibadförderern ins Spiel gebrachten Standorte stießen auf keine Gegenliebe. Projekt vertagt.

Unter den Zuhörern saß auch der Vorsitzende der Freibad-Förderer, Friedrich O. Winkelmann. Er bekam Gelegenheit, den eigenen Standort-Vorschlag zu erläutern: Die beiden Alternativen A und B am vorderen Rand der Liegewiese, optisch präsent gleich neben dem gepflasterten Bereich am Kiosk, habe man auch gewählt, um eine „Symbiose mit der Gastronomie“ herzustellen. Soll heißen: Beim Spiel mit den Kugeln könnte mancher ja auch ein Eis oder ein Getränk in der Hand halten wollen, worüber sich dann wiederum der Kiosk-Betreiber freuen würde.

Winkelmann sah das Boule-Spiel als „ruhige Sportart“ und zusätzliche Attraktion für das Freibad, die Bahn könne sogar in der kalten Jahreszeit genutzt werden. 2500 Euro plus Eigenleistungen wolle sein Verein dafür zur Verfügung stellen. Als Oberfläche der Boule-Bahn sei eine wassergebundene Decke „mit ganz feinem Korn“ vorgesehen. Fächerplatanen als Begleitgrün könnten mittelfristig Schatten spenden.

Doch der Ortsrat hatte mit der vom Förderverein avisierten zentralen Lage sichtlich seine Probleme: Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann (SPD) ließ wissen, er sei „nicht für diesen Standort“, man habe dort „so eine schöne grüne Wiese“. Seine Parteikollegin Hildrun Mitschke stellte die Frage nach der „Aufsicht“ bei dem Spiel: „Ist das auf eigene Gefahr?“ Die Sozialdemokratin Sabine Thielk-Bode fürchtete mögliche Kollateralschäden für umliegende Liegewiesen-Nutzer: „Das sind Eisenkugeln.“ Und „irgendwelche Teenager“ könnten da durchaus Schaden anrichten. Bauamtsleiter Sascha Liwke verwies auf erhöhten Pflegeaufwand und fügte hinzu, die Boule-Bahn sei an dieser Stelle „aus Sicht der Verwaltung wenig attraktiv“. Christoph Möhlmann (FWG) wollte wissen, wie viele Leute in Wittingen denn eigentlich Boule spielen.

Einzig Matthias Rönneberg (CDU), beratendes Mitglied im Ortsrat, stellte sich hinter den Standort-Vorschlag des Fördervereins: Variante A sei „okay“, und: „Die Bahn in eine abgelegene Ecke zu packen, macht wenig Sinn.“ Zum mutmaßlichen Spannungsverhältnis Boule contra Sonnenbaden (Trautmann: „Ich würd’ mich da auch nicht in einem Meter Abstand hinlegen“) meinte Rönneberg: „Ein bisschen gesunden Menschenverstand traue ich den Leuten schon zu.“

Der Ortsrat lehnte bei fünf Enthaltungen und zwei Nein-Stimmen (Trautmann, Thielk-Bode) den Standort-Vorschlag ab. Eine Diskussion über einen alternativen Platz fand nicht statt. Als Thielk-Bode anregte, man könne den Förderverein um einen geänderten Antrag bitten, meinte der Ortsbürgermeister: „Wenn er Interesse an einem anderen Standort hat, wird er sich melden.“ Der Fördervereins-Chef hörte schweigend zu.

Gegenüber dem IK äußerte Winkelmann die Hoffnung, dass der städtische Bauausschuss diese Angelegenheit des städtischen Freibads vielleicht noch anders beurteilen könnte: „Es ist mir unverständlich, wie manche Personen mit ihrer ablehnenden Bedenkenhaltung gegenüber Veränderungen immer wieder versuchen, Entwicklungen zu verhindern und damit dem Stillstand in Wittingen Vorschub leisten.“

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