Stromtrasse wird ertüchtigt

LSW investiert in 110-kV-Leitung: Abschnitt Wittingen-Oerrel an der Reihe

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Die Metallgerüste dienen zur Absicherung der L 286 während der Arbeiten an der Leitung. Solche Vorrichtungen sind derzeit auch im weiteren Verlauf der Stromtrasse an der K 7 bei Oerrel zu besichtigen.

Wittingen – Wer auf der L 286 dieser Tage von Eutzen nach Wittingen fährt, der passiert kurz vor dem Ortseingang auf Höhe des Umspannwerkes zwei Metallgerüste links und rechts der Straße.

Die beiden Gestelle sind sichtbarer Ausdruck eines Großprojekts der LSW, das – so die Planung – in diesem Jahr abgeschlossen werden soll.

2016 fiel der Startschuss für das Vorhaben: Der regionale Energieversorger und Netzbetreiber ertüchtigt sein Hochspannungssystem im Nordkreis (das IK berichtete). Vier Millionen Euro werden dafür in die 110-kV-Leitung von Fallersleben bis Oerrel investiert. Zum einen wird das sogenannte Erdseil erneuert, zum anderen werden insgesamt 41 der 170 Masten auf der Strecke erhöht.

Letzteres ist nötig, weil die Last, die auf den Leitungen liegt, in den letzten Jahren gewachsen ist. Im Nordkreis wird immer mehr Strom aus regenerativen Quellen ins Netz eingespeist, dadurch werden die Leitungen wärmer und hängen stärker durch. Für jeden Bereich zwischen zwei Masten ist deshalb festgelegt worden, ob ein Mast erhöht werden muss oder nicht. Bei maximal durchhängender Leitung muss überall ein Mindestabstand von sieben Metern zum Boden gewährleistet sein.

Ein Gittermast ist um die 30 Meter hoch. Wird er erhöht, dann wird das Mast-Oberteil per Kran angehoben und ein neuer, höherer Mastfuß daruntergebaut. Dieses Jahr ist nun der Abschnitt zwischen Wittingen und Oerrel an der Reihe.

Was aber zunächst passiert, ist der Austausch des Erdseils – das ist die oberste Leitung. „Das Kabel dient nicht nur als Blitzschutz, sondern sorgt für eine moderne Informationsübertragung zwischen den Schaltanlagen“, erklärt LSW-Sprecherin Birgit Wiechert. Für diesen Zweck wird das bisherige Kupferseil durch Glasfaser ersetzt. In einem zweiten Schritt folgt dann die Mastenerhöhung, und bis Ende des Jahres will man fertig sein.

Wie sehr sich die Ökostrom-Mengen vergrößert haben, die durch die regionalen Stromnetze fließen, zeigt dieser Vergleich: Im Netzgebiet der LSW wurden 2008 noch zu 24,7 Prozent Energie aus erneuerbaren Quellen eingespeist. 2017 war es mit 48 Prozent quasi doppelt so viel.

Vor allem das Gebiet der Samtgemeinde Hankensbüttel tut sich dabei als „Exportweltmeister“ hervor, dort produzierten die 299 Anlagen zur Herstellung grüner Energie im Jahr 2017 insgesamt mehr als 172.000 Megawattstunden (zum großen Teil Windstrom). Das war etwa das Dreifache der Energiemenge, die im selben Zeitraum in den Orten der Samtgemeinde verbraucht wurde.

Wittingen erreicht eine solche Überdeckung bislang nicht, im Stadtgebiet wurden 2017 rund 72 Prozent der dort verbrauchten Energie vor Ort erzeugt. Die Samtgemeinde Wesendorf war mit 124 Prozent Netto-Erzeuger, die Samtgemeinde Brome schaffte mit 92 Prozent fast die (freilich rein rechnerische) Abdeckung des eigenen Bedarfs.

VON HOLGER BODEN

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