Patenschaften für Nachwuchsimker / Königin legt 2000 Eier täglich

Info-Tag in Lüben: Faszination Bienenstock

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Imker Rainer Borchers, Jungimker Nico Gabler und dessen Mutter Kerstin schauen sich das emsige Treiben eines Bienenvolkes an.

Lüben. Ordnung und Fleiß sind die Grundlagen eines Bienenstaates. Das wurde auch vielen Besuchern gestern während des Imkertages des Imkervereins Knesebeck in Lüben deutlich.

Lothar und Hanna Mollenschott (l.) kamen aus Wolfsburg, um sich bei Thomas Manske (r.) über die Imkerei zu informieren.

Vorsitzender Thomas Manske, sein Stellvertreter Klaus Gerche und viele Helfer ließen die Besucher nicht nur in einen Bienenstaat schauen – sie informierten über all das, was heute eine moderne Imkerei ausmacht. Die Gäste konnten zudem Waben entdeckeln, Honig schleudern und einmal hinter die Kulissen schauen.

So erfuhr beispielsweise Lia Bartels aus Weißenberge, dass die Königin das einzig voll entwickelte Weibchen ist, doppelt so groß wird wie eine Arbeitsbiene und täglich bis zu 2000 Eier legt. „Das kann sie aber nur durch ein bestimmtes Kraftfutter – Gelée Royale“, schmunzelt Manske. Dieses Futter enthält neben 10 Vitaminen und 22 Aminosäuren auch 7 Spurenelemente. Während eine Arbeitsbiene nur sechs bis acht Wochen alt wird, schafft es die Königin durch den königlichen Futtersaft auf bis zu fünf Jahre. „Eine Arbeitsbiene durchläuft während ihrer kurzen Lebensdauer mehrere Berufe“, informierte Manske. Zunächst putzen sie die Zellen und halten den Stock sauber. Dann werden sie Ammenbienen und füttern die junge Brut. Später werden sie Wachsfabrikantinnen, Baubienen, Polizistinnen und schaffen als Sammelbienen alles herbei, was Königin und Brut zum Leben benötigen.

Ralf Hentschel aus Wolfsburg schaute Gerhard Schulze beim Bienenkorb-Flechten zu.

Der Vorsitzende und sein Stellvertreter warben für ihren Beruf. „Die Imkerei ist hochinteressant und zudem noch lukrativ, wenn man die richtigen Lehrmeister hat“, ist Manske überzeugt. Deshalb bietet der Imkerverein Knesebeck Anfängerkurse und Imkerpatenschaften für ein ganzes Jahr an. „Wir bilden auch Jungimker aus Nachbarlandkreisen aus und wir stellen am Anfang unseren Mitgliedern Schleuder und Entdeckelungsgeschirr.“ In diesem Jahr ist die Sommerhonigernte durch Kälte und viel Regen schlecht ausgefallen. „Die Frühjahrsernte war aber normal“, stellte Manske fest.

Manske (Mitte) wies Interessierte in eine Edelstahlschleuder ein.

Ein Bienenvolk besteht aus bis zu 40 000 kurzlebigen, nicht fortpflanzungsfähigen Weibchen (Arbeiterinnen), wobei die Sommerbiene etwa 35 Tage und die Winterbiene über 200 Tage lebt. Hinzu kommen die Königin und in den Frühjahrs- und Sommermonaten mehrere hundert Männchen (Drohnen). Ein Bienenvolk ist hoch sozial organisiert und die Generationen überlappen sich.

Ein Gramm Honig erfordert 8000 bis 10 000 Blütenbesuche. Um ein Kilogramm Honig einzutragen, müssen die Sammlerinnen annähernd drei Mal um die Erde fliegen.

Nähere Infos zu Lehrgängen oder zum Start in die Imkerei gibt Manske unter (05832) 979333.

Von Rüdiger Lange

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