Wesendorfer Vorsprung? Verwaltung sagt „neutrale Prüfung“ zu

IGS: Der Ball liegt beim Kreis

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Wesendorf/Wittingen. Wie geht es weiter mit den Planungen für eine IGS im Nordkreis? Nachdem der Schulausschuss des Landkreises Gifhorn dafür votiert hat, die Einrichtung der dritten Gesamtschule im Kreisgebiet erst 2015 vorzunehmen, ist Zeit für eine sorgfältige Planung gewonnen – was im Isenhagener Land durchaus begrüßt wird.

Dass Wesendorf im Wettbewerb mit Wittingen schon die Nase vorn haben soll, wird von der Kreisverwaltung bestritten.

„Ein Jahr mehr Zeit, das haben wir wohlwollend zur Kenntnis genommen“, sagt Wittingens Stadtbürgermeister Karl Ridder. Schließlich gebe es noch viele offene Fragen. So sei auch das zweite Gespräch zwischen Wittingen, Wesendorf und Hankensbüttel Ende letzter Woche ohne konkretes Ergebnis geblieben. Laut Ridder kam man übereinstimmend zu der Auffassung, dass zunächst der Landkreis das Heft des Handelns ergreifen müsse, etwa in einer intensiveren Befassung der Fachausschüsse mit den Standorten.

Auch der Wesendorfer Rathauschef Walter Penshorn glaubt „nicht, dass weitere Gespräche auf örtlicher Ebene etwas bringen“. Der Kreis müsse den nächsten Schritt machen und einen Vorschlag entwickeln. Der Zeitgewinn komme recht gelegen, gleichwohl hätte er, Penshorn, auch nichts gegen eine kurzfristige Entscheidung einzuwenden gehabt.

Wesendorf oder Wittingen – das ist eine Frage, die standortpolitische Interessen ebenso berührt wie die Frage nach den Kosten, die am jeweiligen Standort entstehen, und nach den Konsequenzen für die Schülerbeförderung. Wenn man heute von einer IGS mit 150 Plätzen ausgeht, dann muss auch damit gerechnet werden, dass nicht alle interessierten Schüler aus der Standortgemeinde einen Platz bekommen. Einzelne Wesendorfer Oberschüler müssten also möglicherweise den Bus nach Wittingen nehmen, oder umgekehrt.

Hankensbüttel steht in dieser Diskussion als IGS-Standort nicht zur Debatte. Für Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel geht es in den Gesprächen vor allem darum, dass der Bestand der Hauptschule nicht gefährdet wird. Die solle solange erhalten werden, wie es pädagogisch sinnvoll ist. Bei der Wahl zwischen Wesendorf und Wittingen wolle man „keine Partei ergreifen“. Taebel: „Das steht uns nicht zu.“ Er setze auf eine neutrale und sachgerechte Entscheidung des Landkreises.

Die sagt Kreisrätin Evelin Wißmann auch zu. Sie will, wenn der Kreistag die 12-monatige Verschiebung billigt, die Planungsgruppe einberufen und Standards sowie ein Verfahren für die Entscheidungsfindung festlegen. Dass aus der Kreispolitik ein angeblicher Wesendorfer Vorsprung kolportiert wird, interessiert Wißmann nicht: „Wir werden eine neutrale Prüfung vornehmen, die Karten werden völlig neu gemischt.“

Von Holger Boden

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