+++ Update +++ Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hildesheim: Beamte durchsuchen Wohnung des 53-jährigen Toten von Passau

Identität der Toten geklärt: Wittinger Frauen mit Verbindung zu Passauer Armbrust-Opfer

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Wittingen, Junkerstraße: Bei den zwei Leichen handelt es sich um eine 35- und eine 19-Jährige. Die Obduktion hat keinerlei Hinweise auf äußere Gewaltanwendung ergeben. Foto: dpa

Wittingen – Bei den beiden Leichen, die am Montag in einer Wohnung an der Wittinger Junkerstraße 15 gefunden wurden (IK berichtete), handelt es sich um eine 35- und eine 19-Jährige.

Die Obduktion habe keinerlei Hinweise auf äußere Gewaltanwendung ergeben, teilte die Polizei gestern Nachmittag mit. Der Todeszeitpunkt liegt nach ersten Erkenntnissen einige Tage zurück.

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+++ Update +++

Am gestrigen Mittwoch haben Beamte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hildesheim die Wohnanschrift des in Passau durch Armbrustpfeile zu Tode gekommenen 53-Jährigen in Borod/Rheinland-Pfalz durchsucht.

Nach bisherigen Erkenntnissen waren die beiden Frauen, deren Leichen am Montag in Wittingen gefunden wurden, mit dem Verstorbenen bekannt (das IK berichtete). Die Durchsuchung wurde angeordnet, um diese Erkenntnisse untermauern zu können. Nach dem derzeitigen Ermittlungsergebnis liegen laut Staatsanwaltschaft Hildesheim keine Anhaltspunkte dafür vor, dass weitere, bisher unbekannte dritte Personen in das Geschehen involviert sind. Die Durchsuchung solle auch "der Sicherstellung entsprechender Unterlagen dienen, um dieses Ermittlungsergebnis abzusichern".

Die Beamten stellten nach Angaben der Staatsanwaltschaft "eine Vielzahl von Beweismitteln" sicher, deren Auswertung "eine nicht unerhebliche Zeit" in Anspruch nehmen werde. Die weiteren Untersuchungen zur Frage der Todesursache der Frauen dauern noch an.

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Etwas mehr Licht kommt nun auch in die Verbindung der beiden Wittinger Frauen zu den drei Toten von Passau, die am Samstag durch Armbrust-Pfeile starben.

Denn klar ist inzwischen, dass die 35-Jährige, die nach Angaben von Gifhorns Polizeisprecher Thomas Reuter Grundschullehrerin war, eine eingetragene Lebenspartnerschaft mit der 30-Jährigen führte, die am Samstag tot in einer Passauer Pension gefunden wurde. Dort waren neben der 30-jährigen Wittingerin eine weitere Frau (33) und ein Mann (53) durch Armbrustpfeile getötet worden. Die 33-Jährige und der 53-Jährige lagen Hand in Hand tot auf dem Bett. Bei ihnen wurden zwei Testamente gefunden, bestätigten die Ermittler inzwischen.

Die 30-Jährige war seit März in der Wittinger Wohnung über dem ehemaligen Antik-Café gemeldet, lebte vorher im Landkreis Celle und arbeitete bei einem Bäcker in Wittingen. Über die 19-Jährige weiß die Polizei noch wenig. Nur so viel: Sie habe ebenfalls in der Wittinger Wohnung gelebt, stamme aber aus Rheinland-Pfalz. Dorther kamen auch die beiden anderen Passauer Toten. Medien berichteten gestern, dass die 19-Jährige von ihren Eltern vermisst worden sei. Sie hätten einen Privatdetektiv beauftragt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass keine vierte Person an der Tötung der drei Passauer Opfer beteiligt war. Das bedeutet, dass eines der Opfer am Ende entweder sich selbst mit einer Armbrust gerichtet oder zwei der Opfer gleichzeitig auf sich geschossen haben. Warum die Ermittler davon ausgehen, dass die Wittingerin erst die 33-Jährige und den 53-Jährigen und dann sich selbst gerichtet hat und welche Verbindungen alle fünf zu einem Sex-Zirkel mit Mittelalter-Bezug gehabt haben sollen, lesen Sie ausführlich in der heutigen Printausgabe des Isenhagener Kreisblatts, sowie im E-Paper.

VON ULRIKE MEINEKE

Mehr zu dem Thema steht am Mittwoch, 15. Mai, in der gedruckten Ausgabe sowie im E-Paper.

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