Wittinger OHE-Gelände: Nur wenige Bürger nutzen die Möglichkeit zum Mitdiskutieren

Ideen für 65 Hektar gesucht

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Schienen im Schlafmodus: Der Stadt bieten sich auf dem OHE-Areal Gestaltungsmöglichkeiten.

Wittingen. Eine Schwimmhalle. Das war am Ende das am intensivsten diskutierte Objekt, als es am Dienstagabend im Hotel Nöhre um die Frage ging, was denn künftig auf der freiwerdenden OHE-Fläche am Wittinger Bahnhof (das IK berichtete) so alles entstehen könnte.

Unter der Ägide des Glüsingers Uwe Hoppmann hatte die CDU zum Brainstorming eingeladen.

Und man ist in Wittingen bescheiden geworden in den Erwartungen an die Beteiligung seitens der Bürger. Dass trotz des zukunftsträchtigen Themas gerade einmal 14 Leute (darunter acht Parteifreunde) um einen längeren Tisch saßen, wertete Hoppmann schon als „positive Überraschung“.

65 000 Quadratmeter stehen demnächst zur Verfügung, um Ideen umzusetzen, die die Stadt voranbringen und den Standort stärken. Hoppmann wollte mit dem Treffen ein Forum für Bürger bieten, um – zunächst mal ungeschliffen – Anregungen einzubringen. Ein Startschuss für eine öffentliche Diskussion, ohne Denkverbote.

Dementsprechend bunt waren die Vorschläge: Hans-Joachim Michaelis regte eine Nutzung für Sportzwecke an. Jochen Bellin brachte einen Betriebshof für Busse, eine Seniorenresidenz und ein größeres Feuerwehrgerätehaus ins Spiel. Friedrich O. Winkelmann konnte sich die Ansiedlung von „stillem Gewerbe“ und Logistik-Betrieben ebenso vorstellen wie ein Messegelände und eine Veranstaltungsfläche. Hanns Winkelmann schlug einen Campingplatz vor. Einen für die Wittinger Verkehrssituation interessanten Aspekt brachte Frank Brauner ins Spiel: Man könne im Bereich des langgezogenen OHE-Areals vielleicht auch einen zweiten Bahnübergang unterbringen.

Dann machte Wolf-Ingo Bellin den Vorstoß mit der Schwimmhalle. Michaelis stützte die Idee und fand, solche eine Einrichtung liege wegen der nahen Schule „auf der Hand“.

Ein neues Hallenbad in Wittingen? Auch wenn erstmal freies Denken befohlen war – dieser Vorschlag war natürlich prädestiniert für eine kontroverse Diskussion. Jochen Bellin mahnte, dass ein „Zerwürfnis mit Hankensbüttel“ vorprogrammiert wäre, weil der Nachbar ungern weitere Konkurrenz für sein Hallenbad in Hagen sähe. Dass auch in der Stadt Wittingen selbst, in Knesebeck, bereits ein Hallenbad steht, das ausgelastet sein will, war ein weiterer Anlass für Bedenken. „Dann können Knesebeck und Hagen zumachen“, fürchtete Lothar Brause.

Auch die Frage der Realisierbarkeit wurde gestellt. Friedrich O. Winkelmann regte an, über einen potenten Betreiber – etwa einen Energieversorger – nachzudenken, wenn das Projekt eine Chance haben solle.

Weitgehende Einigkeit bestand in der Runde zum OHE-Gebäude: Dieses solle erhalten bleiben und nicht abgerissen werden. Eine patente Nutzungsidee hatte allerdings niemand. Offen ist auch, ob ein Teil des OHE-Geländes für einen neuen Busbahnhof genutzt werden könnte

Von Holger Boden

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