Ingrid Klopp sieht Wahlsieg als Bestätigung ihrer Arbeit / Klaus Schneck: Noch zu früh für Analyse

„Ich freue mich unheimlich“

„Ich freue mich unheimlich über diesen Sieg“, sagte Ingrid Klopp (links), die zum dritten Mal per Direktmandat den Einzug ins Landesparlament schaffte.

Landkreis Gifhorn. Auch wenn die FDP die wohl größte Überraschung des Abends schaffte: Im Gifhorner Rittersaal jubelte gestern Abend vor allem die CDU.

„Ich freue mich unheimlich über diesen Sieg“, sagte Ingrid Klopp, die zum dritten Mal per Direktmandat den Einzug ins Landesparlament schaffte. „Der Wähler hat gesehen, dass ich in den vergangenen zehn Jahren fleißig gearbeitet und viele Fördergelder in die Region geholt habe. Das ist honoriert worden. “.

Dass sie rund 4 Prozent weniger Stimmen als bei der Wahl 2008 geholt hat, führt Klopp auf eines der Bildungsthemen zurück: „Der Verlust liegt vielleicht daran, dass ich mich für die Studiengebühr ausgesprochen habe.“

Klaus Schneck

Ihr mit 35,4 Prozent dennoch deutlich unterlegener SPD-Konkurrent Klaus Schneck, vor fünf Jahren mit einem besseren Listenplatz in den Landtag eingezogen, erlebte den Wahlkrimi in Wolfsburg und verwies gestern Abend auf die Verluste der Union auf Landesebene: „Die CDU hat keinen Grund, mit breiter Brust durch die Gegend zu laufen.“ Warum es für ihn persönlich nicht gereicht hat, könne er nicht sagen – für eine Analyse sei es zu früh: „Der Wähler ist der Souverän“, sagte Schneck.

Freude herrschte bei Frank-Markus Warnecke (Grüne), der 8 Prozent der Erststimmen auf sich vereinigte: „Für mich persönlich ist das ein sehr gutes Ergebnis und eine deutliche Steigerung gegenüber 2008. Damit bin ich sehr zufrieden. Ich glaube, dass wir beim Bürger gut angekommen sind. Auch auf Landesebene haben wir ein phänomenales Ergebnis erzielt. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

Horst Schiesgeries (CDU), der künftig die Stadt Gifhorn und den Südkreis im Landesparlament vertritt, gab sich erleichtert. Sein Direkteinzug war eine knappere Angelegenheit als im Nordkreis, sein SPD-Wettbewerber Detlef Tanke lag um etwas mehr als 4 Prozent hinter dem Christdemokraten. „Ich freue mich riesig über den Erfolg“, sagte Schiesgeries. „So angespannt und nervös wie heute Nachmittag war ich selten, aber jetzt geht es mir richtig gut. Ich freue mich auf die Aufgabe in Hannover.“

Doch was kommt dort? Wird es für Schwarz-Gelb oder für Rot-Grün reichen, sitzen künftig Klopp und Schiesgeries oder Tanke mit am Regierungshebel? Oder vielleicht gar alle drei? Einer großen Koalition erteilte Klopp gestern eine Absage: „Das war bisher kein Thema.“ Damit äußert sie sich ähnlich wie Tanke, der bei der SPD zu Minister-Ehren kommen könnte.

„Ich würde mir natürlich wünschen, dass wir an der Regierung bleiben“, sagte die CDU-Abgeordnete. Ihre bisherige Arbeit schätze sie als „erfolgreich“ ein: „Ich werde alles daran setzen, dass das so weitergeht. Das bin ich meinen Wählern schuldig.“ Über den Erfolg ihres Parteikollegen Schiesgeries im Südkreis sagt sie: „Ich finde es gut, dass wir beide im Landtag sind.“ Die vergangenen zwei Jahre hatte Klopp auch den Wahlkreis Gifhorn-Süd vertreten, weil der dortige Abgeordnete Matthias Nerlich 2011 zum Bürgermeister von Gifhorn gewählt wurde. „Wir werden an einem Strang ziehen und ganz viel für den Landkreis Gifhorn tun“, verspricht Klopp.

Ergebnis-Grafiken aus dem Nordkreis auf Seite 4.

Von Holger Boden und Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare