Honig knapp, Preise hoch / Wetter sorgt für weniger Nektar

Ernte für Imker fällt um ein Drittel geringer aus

+
Fleißig wie die Bienen? Die Honig-Ernte fällt in diesem Jahr wohl deutlich schlanker aus. Vor allem das Wetter erschwerte den Bienen das Sammeln des Nektars.

Isenhagener Land. Honig aus heimischen Gefilden wird in diesem Jahr knapp, sagt Thomas Manske, Vorsitzender des Imkervereins Knesebeck. Bisher sei die Ernte sehr gering ausgefallen.

„Die Honigproduktion ist in diesem Jahr etwa ein Drittel geringer ausgefallen als in den Vorjahren“, erläutert Manske. Auch das Bieneninstitut in Celle hatte mitgeteilt, dass die Honigernte in der Heide sowie während der Raps- und Lindenblüte geringer ausgefallen sei.

Manske geht sogar von einer „schlanken Ernte“ in ganz Deutschland aus. Was sich auch auf den Konsumenten auswirken wird. Denn Honig werde stetig nachgefragt, der Verkauf laufe gut. Die Preise für regional hergestellten Honig würden in diesem Jahr – wegen des limitierten Angebotes – vermutlich ansteigen.

Die Gründe für die Misere sind teilweise in den Wetterbedingungen zu suchen. Lange Trockenperioden sowie die Kälte im Frühjahr hätten zu weniger Nektar geführt, erklärt Manske, der 56 Imker aus dem Isenhagener Land vertritt. Zudem habe es auch viele Ausfälle unter den Bienenvölkern gegeben. Dass es dazu kommt, kann verschiedene Faktoren haben. Zu einen liege es daran, dass die Bienen aufgrund der aufgeräumten Landschaft immer weniger Nahrung fänden.

Zum anderen wäre der Gebrauch von Spritzmitteln als Ursache zu nennen. Um den Bestand zu halten, könnten die Bienenvölker zudem nicht häufig genug geteilt werden, sagt Manske. Gehen die Bienen geschwächt über den Winter in den Stock, hat die Varoa-Milbe leichtes Spiel, den Bestand zu dezimieren. Dieses Szenario könnte auch im folgenden Winter drohen. Denn der äußerst warme November lockt Wespen wie Bienen wieder hervor. „Kälte wäre besser. Denn eigentlich sollten die Bienen im November Ruhe haben“, erklärt Manske. Die warmen Temperaturen könnten dazu führen, dass weniger Bienen in den Winter gehen und die Nachkommen unter schlechteren Bedingungen aufgezogen werden, so dass die Bevölkerung im nächsten Sommer geringer ausfällt. „Das kann man aber noch nicht genau abschätzen“, hofft Manske auf geringfügigen Schaden für die Bienenvölker.

Von Steffen Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare