54 Stämme à 4,10 Meter: Unbekannte lassen bei Schneflingen 16 Festmeter mitgehen

Holzdiebstahl per Sattelzug

Holz, das am Wegesrand gestapelt ist, findet bisweilen auch ungewollte „Abnehmer“. Foto: Philipp Schulze

Schneflingen/Boitzenhagen. Holzdiebstahl im großen Stil meldet die Polizei aus dem südlichen Stadtbereich. Unbekannte haben dort aus einem Waldstück zwischen Schneflingen und Boitzenhagen sage und schreibe 16 Festmeter Nutzholz mitgehen lassen, das neben einem Weg westlich der Landesstraße lagerte.

Bei der Beute handelt es sich um 54 Kiefernstämme, jeder etwa 4,10 Meter lang. Die Polizei geht daher davon aus, dass der oder die Diebe mit einem Sattelzug samt Ladekran anrückten.

Dafür gibt es handfeste Anhaltspunkte: Laut Forstoberrat Eckard Klasen, Leiter des Forstamtes Südostheide in Gifhorn, hat der zuständige Bezirksförster am Tatort Lkw-Spuren ausgemacht – und Spuren so genannter Stempel, die beim Verladen zum Abstützen des Sattelzuges dienen.

„Da muss jemand genau Bescheid gewusst haben“, sagt Klasen, die Diebe seien auf „ziemlich freche“ Weise vorgegangen. Dass ein Holztransporteur versehentlich die falsche Lagerstelle angesteuert hat, lasse sich wegen der Nummerierung solcher Holzstapel mit einiger Sicherheit ausschließen. Und: „Das Holz war noch nicht verkauft, niemand hatte in diesem Bereich einen Auftrag.“

Die Tat muss sich nach Darstellung der Polizei zwischen Montag, 20 Uhr, und Dienstag, 9.30 Uhr ereignet haben. Der Lagerort befand sich etwa 1200 Meter südlich von Schneflingen. Geschädigter ist die Forstbetriebsgemeinschaft Südheide-Ost, die das Sägeholz nach Klasens Angaben einem Privatwaldbesitzer abgekauft hatte. Den materiellen Schaden schätzt der Forstoberrat bei einem Festmeterpreis von etwa 70 Euro auf rund 1000 Euro.

Die Ermittler hoffen nun, dass es möglicherweise Zeugen für den Diebstahl gibt. Bei der Polizei zieht man auch ins Kalkül, dass ein potenzieller Beobachter die Verladung des Holzes für einen legalen Vorgang gehalten haben könnte. Rätselhaft ist, warum die Täter „nur“ 16 Festmeter mitgehen ließen – laut Klasen passen rund 25 auf einen Holz-Lkw, und am Wegesrand blieben noch Stämme liegen.

Holzdiebstahl – für das Forstamt seit etwa fünf bis sechs Jahren verstärkt ein Thema. 2006 begannen die Holzpreise stark anzuziehen. Vor allem Brennholz ist seither ein begehrtes Diebesgut, weiß Klasen. Eine noch größere Menge Holz als Anfang dieser Woche sei vor einigen Jahren im Bereich Tülau/Voitze gestohlen worden.

Für alle, die sich vor Diebstählen schützen wollen, gelte mit Blick auf die gelagerten Stämme: Je länger, desto besser – was allerdings im vorliegenden Fall freilich auch nicht geholfen habe. Insbesondere Brennholz solle frei zugänglich nicht im ofenfertigen Zustand gelagert werden.

Wer Hinweise zu dem Diebstahl bei Schneflingen geben kann, wendet sich an die Polizei unter (0 58 31) 25 28 80.

Von Holger Boden

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