In Knesebeck sorgt Regen für massive Probleme

Hochwassergefahr auch ohne Fluss

Ein Knesebecker sitzt zwischen einem Wasserschott und seiner Haustür.
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Jan Borchers sitzt hinter einem Wasserschott, das das Eindringen von sich stauendem Regenwasser in sein Haus verhindern soll.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Knesebeck – Nein, ein mächtiger Fluss ist weit und breit nicht zu sehen. Aber in der Knesebecker Schützenstraße kommt es manchmal zu Szenen, die eigentlich an Hochwasser an Rhein oder Mosel erinnern. Wenn starker Regen droht, dann nehmen manche Anlieger Metallplatten mit Gummidichtungen zur Hand, befestigen sie in eigens dafür vorgesehenen Halterungen vor der Haustür und verhindern so, dass ihr Erdgeschoss überschwemmt wird.

Zwei, die solch ein Wasserschott ihr eigen nennen, sind Jan Borchers und Holger Dill. Sie haben das System gemeinsam entwickelt. „20 Minuten Regen, dann haben wir hier Land unter“, sagt Borchers.

Der Knesebecker und sein Nachbar sehen das Hauptproblem in dem Entwässerungskanal, der unter der Straße liegt, und der überhaupt nicht ausreichend dimensioniert sei, um das Regenwasser bei stärkeren Güssen in Richtung Knesebecker Bach wegzuschaffen. „Da ist eine Leitung mit 40 Zentimeter Durchmesser drin, aber 120 Zentimeter wären nötig“, ist Dill überzeugt.

Laut Borchers sind noch zwei weitere Haustüren an der Schützenstraße mit einem selbstgebauten Wasserschott ausgestattet. „Wenn der Regen kommt, muss man schnell handeln“, sagt er – das Wasser schwelle auf der Straße in Nullkommanichts an. Ein anderer Nachbar habe seine Einfahrt mit viel Materialeinsatz schon um 15 Zentimeter angehoben, damit ihm das Wasser nicht auf den Hof läuft.

Sebastian Krüger wohnt ebenfalls an der Schützenstraße, er ist vor vier Jahren zugezogen. Er erinnert sich noch daran, wie seine neuen Nachbarn ihn erstmals auf die Probleme bei Starkregen hinwiesen – die er sich zunächst gar nicht vorstellen konnte: „Ich dachte erst: Sind die hier vielleicht ein bisschen komisch?“ Heute, so sagt er, sei er längst eines Besseren belehrt – auf der Straße stehe manchmal „ein Riesensee“.

Borchers sagt, wenn er den Wasserverband Gifhorn auf die Probleme hingewiesen habe, dann habe er zu hören bekommen, dass solche Vorkommnisse doch recht selten sein müssten. Sind sie aber offenbar nicht: Auf fünf bis acht Mal pro Jahr beziffern Dill, Borchers und Krüger die Häufigkeit dieser Ereignisse.

Dill kann an seiner Haustür und an seinem Schott zeigen, wie hoch das Wasser da schon mal stand, auch das erinnert unwillkürlich an Zustände wie an großen deutschen Flüssen – in der Schützenstraße fehlt scheinbar nur eine Pegelmarkierung, die an vergangene Hochwasserereignisse erinnert. (Der vollständige Artikel steht in der IK-Ausgabe vom 4. Juni.)

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