Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen registriert steigenden Bedarf

Hilfe in seelischer Not

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Werben für die Seelsorge- und Beratungsangebote des Kirchenkreises: Gunter Schuller, Leiter des Seelsorge-Ausschusses des Kirchenkreistages, der Hankensbütteler Pastor Jan Wutkewicz und Frank Breust als Leiter des Diakonischen Werks in Wittingen.

Wittingen/Wolfsburg. Seelische Probleme, familiäre Nöte, traumatisierte Flüchtlinge – Psychotherapeuten und Lebensberater haben derzeit in Deutschland alle Hände voll zu tun.

Gefragt ist in diesem gesellschaftlichen Spannungsfeld auch die Kirche: Der Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen hält eine ganze Reihe von Beratungs- und Seelsorge-Angeboten vor. Und die Zahl der Ratsuchenden steigt.

So wuchs die Zahl jener, die bei den Einrichtungen des Kirchenkreises Hilfe in seelischer Not gesucht haben, von 2015 bis 2017 um etwa 11 Prozent. Bei der Telefonseelsorge nahm die Zahl der seelsorgerlichen Kontakte sogar um 33 Prozent zu. Diese Angaben macht Gunter Schuller, der den Ausschuss des Kirchenkreistags für Seelsorge leitet. Als Diplom-Psychologe ist der Wolfsburger selbst Ansprechpartner sowie auch Leiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Kirchenkreises.

„Die seelsorgerliche Hinwendung und Zuwendung zu Menschen ist ein zentraler Bestandteil kirchlicher Arbeit“, sagt Schuller. Er betont den Aspekt der Vertraulichkeit in allen Gesprächen, die Seelsorger mit ihren Ratsuchenden führen – dieses „Seelsorgegeheimnis“, analog zum Arztgeheimnis, sei quasi eine Erfindung der Kirchen.

So verstehen sich denn auch die Pastoren nach wie vor als erste Ansprechpartner für Menschen in seelischen Nöten. „Das ist für uns natürlich ein Thema in den Gemeinden, zum Beispiel auch im Rahmen des Besuchsdienstes“, sagt etwa Jan Wutkewicz, Pastor in Hankensbüttel und Mitglied im Seelsorge-Ausschuss des Kirchenkreises. Die Geistlichen sind nah dran und kennen oft das Lebensumfeld eines Hilfesuchenden – das kann häufig schon helfen. „Wir wissen aber“, so Wutkewicz, „auch um unsere Grenzen und können dann gezielt weitervermitteln.“

Denn Seelsorge ist komplexer geworden, und die übergemeindlichen Angebote tragen dem mit einer gewissen Spezialisierung Rechnung. Ehe- und Familienberatung, Altenseelsorge, Krankenhausseelsorge, Telefonseelsorge, Notfallseelsorge, psychologische Beratung für Flüchtlinge – das Portfolio des Kirchenkreises ist hochdifferenziert, und das Spektrum der Helfer reicht vom speziell geschulten Ehrenamtlichen bis hin zum approbierten Psychotherapeuten.

Ein Schwerpunkt der Angebote ist in der Großstadt Wolfsburg verortet. Doch auch im Norden des Kirchenkreises findet sich ein Teil der mehr als 20 übergemeindlichen Einrichtungen.

Zum Beispiel das Diakonische Werk Nord. Für dessen Leiter Frank Breust ist der seelsorgerliche Aspekt ein wichtiger Grundpfeiler der Arbeit in der Diakonie: „Es geht für uns darum, den Menschen so anzunehmen, wie er ist.“ Das betont auch der Kirchenkreis: In den Einrichtungen sei jeder willkommen, unabhängig von seiner Nationalität, Weltanschauung, Religion, Konfession oder Kirchenzugehörigkeit.

Von Holger Boden

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